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Presseberichte

2018


Freilichtbühne Daverden

Zum Wiehern komisch

4.08.2018
 
Die Bestattungsunternehmerin Klara Epsen und Viehhändler Hannes Mattson kämpfen gegen die Errichtung des Golfclubs.
Die Bestattungsunternehmerin Klara Epsen und Viehhändler Hannes Mattson kämpfen gegen die Errichtung des Golfclubs.

Langwedel. Heile Dorfwelt oder cooler Golfclub? Meinungsverschiedenheiten zur künftigen Nutzung des idyllischen Gutes Wiemersbüttel bedrohen den Frieden im Ort. Während sich Investoren und Würdenträger für das scheinbar gewinnträchtige Projekt stark machen, stemmt sich Klara Epsen mit aller Kraft dagegen. Unterstützt wird sie von Viehhändler Hannes Mattson, der bis über beide Ohren in die Bestattungsunternehmerin verliebt ist. Eine tragende Rolle in dem von Irrungen und Wirrungen durchzogenen plattdeutschen Theaterstück spielt auch Hengst Wotan, der Männer nicht mag und jeden angreift, der sich ihm nähert.

Besorgte Blicke zum Himmel waren der Premiere des neuen Stücks der Freilichtbühne Daverden vorangegangen, zu der sich am Sonnabendabend etwa 100 Gäste eingefunden hatten. Die graue Wolkendecke über der Freilichtbühne jage ihnen jedoch keinen größeren Schrecken ein, erklärten Brigitte Schönecker und Fritz Henken, die als Regisseure entscheidenden Anteil am Gelingen der Darbietung hatten. Es sei im Laufe der Jahre schon das eine oder andere Mal vorgekommen, dass mitten im Spiel abgebrochen werden musste oder Aufführungen wegen Regen oder Sturm gar nicht erst stattfinden konnten. Das Wetter hielt jedoch, und das begeisterte Publikum verfolgte bis in die Dunkelheit hinein das bunte Treiben mitten im Wald.

„Jümmer Arger mit Wotan“ sei eigentlich zweite Wahl gewesen, als es darum ging, ein passendes Stück für diese Saison zu finden. „Wie die meisten Vereine müssen aber auch wir über Nachwuchsprobleme klagen“, bedauerte Henken, dem für die Besetzung von „Burgstraat 46“ Darsteller gefehlt hätten. Auf der anderen Seite habe sich die Arbeit mit den sieben eingefleischten Akteuren bewährt, relativierte er die Lücken, die durch den Rückzug Einzelner entstanden seien.

„Lauter richtig gute Plattsnackers“, pflichtete Schönecker bei. Die etwa 30 Proben auf ihrer „Lieblingsbühne“ seien von Anfang an von großem Eifer getragen gewesen und dementsprechend erfolgreich verlaufen. Nach besonderen Ereignissen in der Vergangenheit befragt, erinnerte sich die Regisseurin an eine Begebenheit, die vor Jahren für Lacher sorgte: „Die Hauptakteure kamen auf die Bühne und hatten beide den Text verloren." Minuten später sei der Einsatz dann perfekt verlaufen.

Eine halbe Stunde vor Premierenbeginn herrschte hinter den Kulissen geselliges Treiben. Da wurde vom duftenden Auflauf gekostet, vom Sekt genippt oder ein Jägermeister gekippt. „Auch wenn es nicht so scheint, aufgeregt sind wir alle“, sagte Karin Sievers, die die Rolle der Gräfin von Beerenstein übernommen hatte. Umarmungen der Mitspieler zeigten Verbundenheit, das Spucken über die Schulter solle Glück bringen.

Gut zwei Stunden unterhielten die bestens präparierten Laien ihre gut gelaunten Zuschauer auf der Freilichtbühne. Unter den überwiegend älteren Gästen des Abends befanden sich auch Felix und Veronika Schmidt. Aufmerksam beobachteten die Jugendlichen den Auftritt ihrer Mutter, die als Klara an diesem Abend  in eine der Hauptrollen geschlüpft war. Sie selbst hätten über mehrere Jahre in den Kinderstücken mitgespielt, berichteten die beiden, und seien seit 2009 aktiv an der Vereinsarbeit beteiligt.


Jümmer Arger mit Wotan“ wird noch acht weitere Male aufgeführt. Weitere Infos unter www.freilichtbuehne-daverden.de.




Premiere auf der Freilichtbühne

„Jümmer Arger mit Wotan“: Zum Wiehern komisch und herrlich makaber

„Es ist nicht der Schleim der Schnecke, Dr. Kleinwort kriecht um die Ecke“, reimt Hannes Mattson (Lars Lorenzen, re.) über den Doktor und stellvertretenden Bürgermeister, den Willem Gohde (li.) spielt.
 

Daverden - Von Wiebke Bruns. Zum Wiehern komisch und mitunter herrlich makaber ist die Komödie „Jümmer Arger mit Wotan“, mit der am Sonnabend auf der Freilichtbühne in Daverden Premiere gefeiert wurde. Es gibt noch acht Vorstellungen bis zum 26. August und wer tierisch viel Spaß haben will, sollte das Theater unter freiem Himmel nicht verpassen.

„Willkommen auf der Freilichtbühne und auf dem Hof von Klara Epsen“, begrüßte Volker Penczek die Zuschauer noch gewohnt freundlich.

 

Kurz darauf war Schluss mit freundlich. Der Vorsitzende der Plattsnackers verwandelte sich in den hinterlistigen Investor Dr. Rainer Grimm. Der will sich in dem Dreiakter von Kirsten Akanho den Hof der Bestatterin und Antiquitätenhändlerin Klara Epsen (Heike Schmidt) unter den Nagel reißen, um ein Golf- und Erholungszentrum für Besserverdienende zu errichte. Doch die Rechnung hat er ohne Klara gemacht.

Unterstützung findet sie bei Grimms Ehefrau (Katrin Lange-Spreckels) und ihrem guten Freund Hannes Mattson (Lars Lorenzen).

 

Dieser „Flachland-Rilke“ hat zu jeder Gelegenheit den passenden Reim auf den Lippen. „Es ist nicht der Schleim der Schnecke, Dr. Kleinwort kriecht um die Ecke.“ Der Arzt und stellvertretende Bürgermeister, verkörpert von Willem Gohde, bietet unter anderem „diätische Hippo-Therapien für dicke Hamburgerinnen“ an und findet schnell Gefallen an Grimms Geschäftspartnerin, der vornehmen Gräfin Isolde, gespielt von Karin Sievers.

Die Premiere war schon nicht schlecht besucht, am Sonntag war die Freilichtbühne Daverden aber so richtig schön voll.
Die Premiere war schon nicht schlecht besucht, am Sonntag war die Freilichtbühne Daverden aber so richtig schön voll.

Eigentlich sind es vier Akte, aber am Ende wird nur einmal die Bühne abgedunkelt und was dann passiert, sorgt für das ganz große Gelächter.

Dass das jedes Mal so sein wird, darauf würde sicher auch der zockende Pastor in dem Stück (Johann Krüger) wetten. Nach seinem Geschmack war sicher das „Full House“ des hochgebauten Zuschauerbereichs der Waldbühne bei der Sonntagsvorstellung.

Die Premiere am Sonnabend war zwar auch gut besucht, aber es gab noch reichlich freie Plätze. Top war die Leistung bei beiden Vorstellungen – auf der Bühne und dahinter. Blumen gab es am Ende für die beiden Regisseure Brigitte Schönecker und Fritz-Henken.

Nicht zu sehen, außer als Bild an der Wand, bekommen die Zuschauer den Hengst Wotan. Sein Wiehern wird als Nächstes morgen Abend ab 20 Uhr zu hören sein. Weitere Aufführungen sind bis 26. August immer mittwochs, freitags und sonnabends ab 20 Uhr sowie sonntags ab 16 Uhr geplant. So Petrus will.

Erwachsene zahlen acht Euro, Kinder drei Euro und Familienkarten (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder) gibt es für 22 Euro. Infos und Kartenreservierungen unter Telefon 0176/78682259.


 





Quelle: VERDENER-ALLER-ZEITUNG  vom  19.05.2018







Speelkoppel Hoyerswege im Rathaus Langwedel

Was so ein Stromschlag alles anrichten kann

Sollte sich am Ende der Komödie doch tatsächlich alle Verwirrung entwirren und es gar ein Happy End geben? Aber sicher doch, und bis dahin hat einen Riesenspaß gemacht.
 

Langwedel - Lag es am sonnigen Winterwetter? Als die Speelkoppel Hoyerswege am Sonntag auf Einladung der Freilichtbühne Daverden ihr Gastspiel im Rathaus gab, war der Bürgersaal nicht wie in den Vorjahren ausverkauft. Trotzdem freute sich Günter Kothe, Vorsitzender des Fördervereins der Freilichtbühne Daverden, über viele Gäste, die schon vor der Aufführung im Sozialraum des Rathauses mit Kaffee und selbst gebackenen Torten verwöhnt wurden.

„Wir wollen die plattdeutsche Sprache pflegen und die Freilichtbühne unterstützen“, erklärte Günter Kothe. Er dankte für die vielen Tortenspenden, schließlich benötigt die Freilichtbühne in diesem Jahr besonders viele Einnahmen, da die Toilettenanlagen im Daverdener Holz erneuert werden sollen.

 

Zu sehen gab es in Langwedel die Komödie „Wer is dor in mien Lief togang?“, geschrieben von Hans Schimmel, in die plattdeutsche Sprache von Wolfgang Binder übersetzt.

Zum Auftakt lümmelt sich Charlie Westermann auf seiner Couch, studiert den „Playboy“... In der Rolle des Verkäufers und Vollblut-Machos glänzte Herwig Kunst.

 

Charlie meint, ein 100-prozentiger Mann zu sein, den so leicht nichts aus der Bahn werfen kann. Frauen haben in seinem Weltbild den ausdrücklichen Daseinszweck, für ihn da zu sein. Auch seine Haushaltsgehilfin Luise Stehen, die von Heike Kroog gespielt wurde.

Mit dieser Einstellung eckt Charlie natürlich bei seinen Mitmenschen an, insbesondere bei seiner Nachbarin Jana Herzig, die als Redakteurin arbeitet und von Sandra Stöver verkörpert wurde.

Harry Schlicht (Rainer Vosteen) teilt Charlies Ansichten und Kneipenbesuche. Charlies selbst ernannte Freundin Sabine Wilms (Alexandra Körner) ist ein ganz spezielles Exemplar. Ihrem vorgetragenen Kinderwunsch setzt er ein „Kinder werden nicht bestellt, sondern geboren“ entgegen. Ihr Konter: „Dann bohr mir doch eins.“

Alles läuft so in seinen Bahnen bis zu dem Tag, an dem Charlie mal wieder zu laut Musik hört. Nachbarin Jana beschwert sich, es kommt zum Kampf um den Stecker der Anlage, beiden kriegen einen Schlag – und finden sich im Körper des jeweils anderen. Das hat Folgen.

„Charlie“ fühlt sich plötzlich weiblich und bestellt morgens bei seiner Haushälterin Tee, während „Jana“ zu früher Stunde dem Alkohol zuspricht. Nach dem anfänglichen Schock beschließt das Duo, erst einmal Stillschweigen zu bewahren, in der Hoffnung, dass sich der Tausch bald wieder von selbst erledigt. Tut er aber nicht.

Und das Leben wird nicht einfacher, wenn keiner der beiden mit dem Umfeld des anderen vertraut ist und man seine ursprünglichen Charaktereigenschaften auch nicht einfach so ablegen kann.

Es entstehen peinliche Situationen und Verwicklungen. Janas Chef Bruno Grootkopp (Harald Schrön), baggert seine Redakteurin an. Die reagiert ungehalten, schlägt ihn zu Boden, denkt und behauptet aber, ihr Chef wolle sie heiraten. Als dann Harrys Freundin, die Kosmetikberaterin Anna Bell (Anja Brinkmann) auftaucht und zu einer Dessousparty einlädt, ist Charlie ganz aus dem Häuschen. Und hat dann mit einer pflegenden Gesichtsmaske seinen großen Auftritt.

Und auch Erika Siems, Charlies Chefin (Linda Tönjes-Hanitz), wird aus den Verwechslungen nicht mehr schlau. Redaktions-Azubi Rita Feddern (Iris Timmermann) kommt mit der Situation nicht klar.

Jana (also eigentlich Charlie) hat die Hochzeit schon geplant, die Verwandtschaft aus Sizilien ist im Anmarsch. Blöd nur, dass Grottkoop noch verheiratet ist und sich nun von der Mafia bedroht fühlt.

Es kommt zu Rangeleien, Grootkopp und Sabine Willms (Charlies Freundin) greifen beide zur Stehlampe, bekommen einen Stromschlag... Auf einmal ist Grootkopp ganz wild darauf, Charlie zu heiraten.

Natürlich lösen sich zum Schluss alle äußerst unterhaltsamen Verwicklungen auf. Die Schauspieler aus Hoyerswege wurden mit viel absolut berechtigtem Applaus bedacht. Für Rainer Vosteen gab es noch ein Ständchen, er hatte am Sonntag Geburtstag.

Das wurde dann im „Waldschlößchen“ gefeiert, da trafen sich die beiden befreundeten Bühnen zum Abendessen.