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 2010

Aufführung des ersten Kriminalstücks auf der Freilichtbühne endete mit Dauerapplaus / Zusätzliche Vorstellung

„Die Falle“ fesselte das Publikum


31.08.2010 Verdener Aller Zeitung

Daverden - (pma) · Was für ein grandioser Abschluss für dieses rundum gelungene Jubiläumsjahr! Die Freilichtbühne Daverden bot mit „Die Falle“ erstmals einen echten Krimi, der die Zuschauer bis zum Schluss im Dunkeln tappen ließ.

Abgründig, spannend ging es auf der Bühne zu – wie das in einem guten Krimi eben sein sollte.

Abgründig, spannend ging es auf der Bühne zu – wie das in einem guten Krimi eben sein sollte.

Nach einem Streit mit ihrem Mann verschwindet die Ehefrau. Dann taucht sie an der Seite eines Dorfpredigers wieder auf. Wenig später zeigt sich Gatte Daniel richtig geschockt: Diese Lisette ist gar nicht seine Frau. Nun kommt der Kommissar ins Spiel und mehr und mehr Abgründe tun sich auf...

Das Ensemble lieferte ohne Ausnahme eine vorzügliche Leistung ab. Hans-Jürgen Schulz, Volker Penczek, Heike Ertel, Julian Ertel, Ditmar Voutta und Imke Rode – alle spielten klasse.

Es war das Tüpfelchen auf dem „I“ und gleichzeitig der Beweis, dass die Schauspieler nicht nur auf Platt und Lustig können. „Es war eine Herausforderung“, bestätigte Regisseurin Elfriede Ellendt. „Die Schauspieler mussten sich komplett umstellen. Aber ist Ihnen das nicht ganz wunderbar gelungen?“, fragte sie nach der Premiere zufrieden.

Wie gelungen es das Publikum fand, konnte am Dauerapplaus gemessen werden, der nach der letzten Szene aufbrauste. Begeisterung und Anerkennung dieser besonderen Darbietung hielten sich die Waage.

Und Respekt und Bewunderung vor dem, was die Freilichtbühne Daverden nicht nur am Premierenabend, sondern über die gesamten letzten Monate geboten hatte. Vom Kinderstück über das plattdeutsche Erwachsenentheater zum Krimi vergingen gerade mal vier Monate, in denen die Bühnenbauer schier Unmögliches geschafft hatten: Drei völlig unterschiedliche, aufwendige Kulissen, die den Zuschauer vom ersten Moment an bis ins kleinste Detail in die passende Atmosphäre eintauchen ließen. Außerdem gab es Lesungen und Comedy diverser Künstlerinnen und Künstler, die Einblick in die Vielfalt an Möglichkeiten einer solch beeindruckenden Kulisse boten.

Und hinter alledem stand „die Familie“ Freilichtbühne Daverden, die mit Zusammenhalt, Einsatz und Leidenschaft ein einziges Ziel verfolgte: Ihrem Publikum unvergessliche, unterhaltsame Stunden zu bescheren und sie teilhaben zu lassen an diesem „Wir-Gefühl“, das die Freilichtbühne prägt, wie es sich manch andere Gruppen nur wünschen können.

Der Lohn des Künstlers ist der Applaus, sagt ein Sprichwort. So versteht es sich wohl, weshalb das Publikum mit dem Klatschen gar nicht wieder aufhören wollte.

Und weil eine Aufführung wegen des Schietwetters am Sonntag abgebrochen werden musste und eine weitere gleich im Gasthaus Klenke stattfand, gibt es eine weitere Vor- stellung am Donnerstag, 2. September. Wetterfeste Zuschauer können dann ab 20 Uhr im Daverdener Holz noch mal mitfiebern, bei „Die Falle“.




Ein Abend voll ungebremstem Vergnügen mit „instant impro“ / Fundiertes Handwerk und unbändige Spielfreude

Grausamkeiten auf der Freilichtbühne

17.08.10 Verdener Aller Zeitung


Daverden - (jw) · „Wer hat uns schon mal gesehen?“ Ungefähr die Hälfte der Besucher in der gut gefüllten Daverdener Freilichtbühne gab Zeichen. „Wer noch nicht?“ Logisch, auch das gab etliche Handzeichen. Für die zweite Gruppe gab es sodann noch einmal eine Erklärung, was „instant impro“ aus Bremerhaven an diesem Samstagabend für die nächsten Stunden mit ihrem Improvisationstheater zu treiben gedachten. Und das sollte den Theaterbesuchern noch gehörige Bauchschmerzen bereiten.

Na, was hecken die jetzt schon wieder aus? Auf alle Fälle gibt es wieder was zu lachen, bei „instant impro“.

Na, was hecken die jetzt schon wieder aus? Auf alle Fälle gibt es wieder was zu lachen, bei „instant impro“.

Es war aber auch wirklich grausam, was Alexandra Göddert, Yana Kühtze, Norman Böttger, Jörg Göddert und Guido Solarek den Gästen der Freilichtbühne Daverden da antaten: Zwei Stunden komödiantisches Feuerwerk, das einem kaum Zeit zum Luftholen ließ. Wann, bitte schön, sollte man sich eigentlich die Lachtränen abtrocknen? Und dem vom Lachen schmerzendes Bäuchlein ein bisschen Ruhe gönnen? Kaum hatten die Theaterleute vom Publikum per Zuruf die Stichworte für die nächste Nummer eingesammelt, da wurde erneut gemeinsam herunter gezählt: „5-4-3-2-1 - Los!“ Und dann ging es schon wieder los.

Anfangs hatte „instant impro“ noch Rosen und nasse Schwämme unter das Volk gebracht. Die Rosen durfte man werfen, wenn einem etwas besonders gut gefiel, die Schwämme hätten auf die Schauspieler bei absolutem Nichtgefallen prasseln dürfen. Schwämme, was für Schwämme? Die wurden den ganzen Abend nicht mehr gesehen. Dafür dauerte es nicht lange, bis es Rosen auf die Bühne regnete.

Kann man aus den Stichworten Kanu, Zylinder, Königsberger Klopse und Yaks eine Story über das Internet für vier Leute stricken? „instant impro“ kann. Die Einzelheiten über die Erfindung eines „Eichhörnchenschwanzhaarzählers“ (so etwas fällt dem Daverdener Publikum ein) muss dem Leser auch ob mancher haarsträubender Grausamkeit vorenthalten werden. Genauso wie die Details der Episode über das Pärchen, das mittels einer eigenen kleinen Biogasanlage im Vorgarten sein Picnic anreichert.

Aber, da mache man sich nichts vor: So funktioniert Humor. Tüchtig schwarz darf er sein, Fäkalien spielen in der Volksbelustigung seit Jahrhunderten eine Rolle. Um nicht missverstanden zu werden: Die Bremerhavener Komödianten glitten dabei nie in ekelhafte Gefilde ab, der ganze Abend war sogar absolut jugendfrei.

Dafür brauchte und gab es fundiertes Theaterhandwerk, aus Routine gewachsenes Selbstbewusstsein, tüchtig Fantasie und eine unbändige Spielfreude. Es ist schon eine Menge wahrer Kunst von Nöten, ein paar hundert Leute (trotz einer gnädig eingelegten Pause) gut zwei Stunden bei der Stange zu halten und einen Abend ungebremsten Vergnügens zu bereiten. Das gelang in Daverden uneingeschränkt.

Und was meinen die Künstler selbst nach ihrem Auftritt? „Eine wunderschöne Freilichtbühne mitten im Wald, ein super gastfreundliches Team und ein grandioses Publikum! Vielen Dank liebe Daverdener für diesen schönen Abend bei Euch!“ Der Dank geht uneingeschränkt retour.





Bei der Premiere von „Hest Müüs, hest Macht“ bleibt in der Daverdener Freilichtbühne kein Platz frei

Wer kann die unausstehliche Oma zähmen?

28.06.10 Verdener Aller Zeitung

Thedinghausen - Von Petra MattfeldtDAVERDEN · „Wie wollen die das denn im nächsten Jahr toppen?“, entfuhr es einem Zuschauer nach der Vorstellung. Verständlich, denn was die Daverdener Freilichtbühne anlässlich der Premiere ihres Jubiläumsstückes „Hest Müüs, hest Macht“ am Sonnabend zum Besten gab, war einfach unschlagbar.
 

Heike Schmidt (Oma Manteufel) und Johann Krüger (Kommissar
Sommerfeld) legten sich mächtig ins Zeug.

Heike Schmidt (Oma Manteufel) und Johann Krüger (Kommissar Sommerfeld) legten sich mächtig ins Zeug.

Schon auf dem Parkplatz war zu sehen, dass die Veranstaltung gut besucht sein würde. Entsprechend gelöst war die Atmosphäre unter den vielen Helfern der Freilichtbühne. Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Stückes betrachtete Abteilungsleiter Volker Penczek zufrieden den Zuschauerstrom. „Dass die Premiere so gut besucht ist, haben wir nicht oft. Eigentlich sind es immer die weiteren Veranstaltungen, die uns solche Besucherzahlen bescheren. Das motiviert die Spieler natürlich unheimlich. Es scheint ein toller Abend zu werden“, freute sich Penczek. Und er sollte Recht behalten, denn nur eine Viertelstunde später war kein einziger Platz mehr frei, die Veranstaltung absolut ausverkauft.

Das Stück begann mit einem Knall. Denn die grantelige Oma Traute Manteufel, herrlich gespielt von Heike Schmidt, ballerte auf die Reiher und verscheuchte nicht nur diese, sondern auch gleich die potenziellen Kunden ihre Schwiegersohnes Bodo Friedemann (Uwe Behrmann). Denn seit die Dame eine Erbschaft gemacht hat, ist sie einfach unausstehlich, greift schon gerne mal mit den Händen ins Buffet und lässt auch sonst nichts aus, ganz gleich, ob es den anderen nun gefällt oder nicht.

Doch liegt dieses seltsame Verhalten wirklich nur an der Erbschaft, oder fehlt ihr vielleicht einfach nur ein Mann? Für ihre Kinder liegt die Sache klar auf der Hand, so dass Tochter Kerstin (Heike Stegmann) eine kleine Feier organisiert, um ihrer Mutter mögliche Kandidaten zuzuführen. Um auf Nummer sicher zu gehen, holt sie sich Unterstützung ihrer Voodoo-kundigen Freundin Angela (Karin Sievers), die auch gleich einen Liebestrank mixt. Nur dumm, dass den der Falsche trinkt. Wer, wird natürlich hier nicht verraten, schließlich wollen sich ja noch mehr Zuschauer bei den weiteren Aufführungen überraschen lassen. Nur so viel noch: Ging es bei der angeblichen Erbschaft wirklich mit rechten Dingen zu, oder hat der pensionierte Kommissar Kasimir Sommerfeld (Johann Krüger) Recht, dass es ein Verbrechen gegeben haben könnte? Und können der Enkel der vermögenden Alten, Jan Friedemann, und dessen Freundin Sandra Sommerfeld (Nico Elmers und Yvette Stephan) die Oma ein wenig zähmen, weil sie hinter ihr Geheimnis gekommen sind? Oder werden es am Ende noch die ganz eigenen Mittel von Udo Spieler (Willem Gohde) und Edmund Meisenhagen (Günter Kothe) sein, die aus der garstigen Traute eine ganz zahme Oma machen?

Fragen über Fragen, Lacher über Lacher. Das Publikum war nicht mehr zu halten und animierte die Darsteller, über sich hinaus zu wachsen. Besonders der Auftritt von Peter Hellwinkel alias Rolfi Moosblech lag jenseits aller Vorstellungskraft – den kann man nicht beschreiben, den muss man gesehen haben!

Karten für die weiteren Vorstellungen gibt es an der Abendkasse. Auch eine telefonische Vorbestellung ist möglich (01 76 / 78 68 22 59).




Bigband-Konzert auf der Freilichtbühne leidet unter dem Regen

Akustik sagenhaft – Wetterlage wirklich unter aller Kanone

14.06.10 Verdener Aller Zeitung

Daverden - (hu) · Es hätte so ein schöner Konzertabend auf der Daverdener Freilichtbühne werden können, doch als das Konzert der Big Band des Domgymnasiums Verden am Freitag um 19.30 Uhr los legen sollte, fing es an zu regnen.

Trotz Schietwetter
hielt die Bigband des Domgymnasiums auf der Freilichtbühne durch – und
das Publikum auch.

Trotz Schietwetter hielt die Bigband des Domgymnasiums auf der Freilichtbühne durch – und das Publikum auch.

Den ganzen Nachmittag haben die Bandmitglieder bei strahlendem Sonnenschein geprobt – und dann so etwas. Also wurde der Beginn hinausgezögert – und tatsächlich, nach 20 Minuten hörte es auf zu regnen. Und der Vorsitzende der Freilichtbühne Daverden, Volker Penczek freute sich, dass er trotz der widrigen Umstände noch so viele Musikbegeisterte begrüßen konnte.

Und dann ging es auch schnell los, die etwa 30 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 6 bis 13 nahmen ihre Plätze ein. Michael Spöring, unter dessen Leitung die Band steht, stellte neue und alte Stücke vor. Doch nach drei Stücken mussten die Bandmitglieder die wertvollen Instrumente wieder vor dem Regen in Sicherheit bringen. Die Besucher ließen sich derweil bei heißen Würstchen, Kaffee und Getränken an den Ständen verwöhnen.

Es wurde glücklicherweise nur eine kleine Pause, schnell eilten die Musiker wieder auf die Bühne. Das Publikum war begeistert von den Leistungen der Schülerinnen und Schüler mit Flöten, Klarinetten, Alt-, Tenor und Baritonsaxophonen, Trompeten und Posaunen, die Rhythmusgruppe glänzte am Klavier, der Gitarre, am Bass und am Schlagzeug.

Da es nicht windig war, waren die Bandmitglieder und auch die Besucher begeistert von der Akustik auf der schönen Waldbühne im Daverdener Holz. Die Stimmung wurde immer besser, kein Besucher konnte still sitzen oder stehen und wippte zumindest mit den Füßen, als Stücke von Glenn Miller, Cole Porter oder Carl Petkins gespielt wurden.

Bandleiter Michael Spöring hatte Titel aus allen Stilrichtungen erarbeitet, besonders beim Swing ging das Publikum mit, bei einem Medley mit ABBA-Titeln wurde im Takt geklatscht. Auch neue Titel wurden vorgetragen, als Sängerinnen begeisterten Hannah Aretz und Thea Henken, die selbst zum Ensemble der Freilichtbühne gehört und noch im Mai als Elfe auf der Bühne gestanden hatte.

„Eigentlich wollten wir jetzt eine Pause machen, aber die hatten wir ja bereits“ so Michael Spöring nach einer Stunde. „Jetzt wollen wir wegen der Wetterlage durchspielen.“

Und als er nach gut zwei Stunden den letzten Titel ankündigte, war klar, dass es ohne eine Zugabe nicht enden konnte. Bei dieser Zugabe wurden alle Teile der Band vorgestellt, zum Schluss erhielt der fast 13-jährige Peer Bothmer, ebenfalls ein Daverdener, Sonderapplaus, als er am Schlagzeug alle Register seines Könnens zog. Ein weiterer Daverdener, Henning Wegener, begeisterte an der Zugposaune, aber jeder der Bandmitglieder war mit seinem Instrument ein As.

Eine weitere Zugabe gab es allerdings nicht, denn „wenn ich in die Augen der jungen Musiker schaue, sehe ich schon eine gewisse Müdigkeit“. Michael Spöring versprach aber, diese tolle Akustik auf der Daverdener Freilichtbühne noch einmal nutzen zu wollen – dann bei hoffentlich besserem Wetter.

 

 

„Die Welt ist verrückt“

Kreiszeitung 01.06.2010

Ein Abend auf der Freilichtbühne Daverden mit Jan Graf – und Mückenspray

Daverden - (pma) · Ein schöner, lauer Sommerabend, eine wunderschöne Freilichtbühne, und der Autor und Liedermacher Jan Graf hatte sein Kommen zugesagt. Was brauchte man also mehr? Richtig – Mückenspray! Und das nicht zu knapp.
 

Jan Graf begeisterte die Besucher der Freilichtbühne Daverden.

Jan Graf begeisterte die Besucher der Freilichtbühne Daverden.

Doch selbst daran hatte die Daverdener Freilichtbühne gedacht und hielt Mückenschutz für die Gäste bereit, damit einem schönen Abend mit Jan Graf nichts im Wege stehen sollte.

Wo sonst ausgelassen ein buntes Ensemble von Plattsnackern ihr Bestes gibt, gelang es an diesem Abend dem Einzelkünstler, der gut besuchten Veranstaltung seine spezielle Note zu geben. Einen Stuhl beim Gitarrespielen und Singen, einen Stehtisch zum Vortragen seiner komischen Kurzgeschichten, mehr brauchte dieser Mann nicht.

Mit Liedern über die Lüneburger Heide, mal ernsten und mal spaßigen Texten, Geschichten, die „auf jeden Fall immer wahr sind“ und Anekdoten aus seinem Leben verstand es Graf, dem Publikum einen unvergesslichen Abend zu bescheren.

So stellte er fest, dass „die Volkspoesie lebt“ und führte einige Metaphern an, über die er sich seine ganz eigenen Gedanken gemacht habe. So begeisterte er sich beispielsweise für den Begriff „Deckelrose“, wie mancherorts Bestattungsunternehmer genannt werden oder belustigte sein Publikum, indem er einen speziellen Ausdruck für das fand, was man unfreiwillig zu sehen bekommt, wenn der eine oder andere Herr auf den Gürtel verzichtet und ihm die Hose nicht gerade optimal auf den Lenden sitzt. „Was sieht man dann?“, fragte Jan Graf. „Richtig – das Maurerdekolleté“.

Mit einiger Verwunderung beschrieb er in seinem Lied „Blauer Stern“ das von ihm beobachtete Blaulichtflackern von Fernsehern am Heiligabend in den Fenstern der Menschen, berichtete komisch über seine Erlebnisse im Supermarkt, wo rund um die Uhr „Wurst TV“ gesendet wird und ihn zum Kauf von Rinderzunge bewog, die schließlich für den Hund blieb und machte sich auch ansonsten über die Eigenarten seiner Mitmenschen lustig.

„Die Welt ist verrückt“, erklärte Jan Graf voller Überzeugung und berichtete über seine Erfahrungen beim Besuch von Country Partys oder Ritterspielen, wo die Beteiligten ihm zu seiner Verwunderung erklärten, dort endlich sie selbst sein zu können. „Wenn alle anderen Cowboys und Ritter sind, was bin denn dann ich?“, überlegte er laut.

Und damit nicht genug. So deckte Jan Graf auch den wahren Grund auf, warum es mit dem Nachwuchs im eigenen Land im weniger wird. „Wir Deutschen sind ein Volk, das Hunde liebt. Kinder werden ignoriert.“ Hierfür brachte er dann auch gleich einige Beispiele, die den Zuschauern die Lachtränen in die Augen trieben.

So war es ihm auch verziehen, dass er auf humorvolle Art über Rentner herzog, die seiner Meinung die Wirtschaft doch sehr schädigen, weil „sie einfach kein Ende finden können.“

Der Abteilungsleiter der Freilichtbühne, Volker Penczek, zeigte sich mit dem gelungenen Abend sehr zufrieden. „Wir wollten neben den bewährten Stücken unsere schöne Freilichtbühne nutzen, um den Leuten auch mal etwas anderes zu bieten. Und offenbar gefällt es den Zuschauern. Das ist das Wichtigste für uns.“ So wies er dann auch noch auf die weiteren Veranstaltungen, nämlich den Auftritt der Big Band des Domgymnasiums am 11. Juni um 19.30 Uhr und den Tag des Freilichttheaters am 13. Juni hin, wo um 11 Uhr die Blaskapelle des TSV Daverden und um 15 Uhr die Autorin Birgit Lämmermann erwartet werden.




Verdener Aller Zeitung 04.05.2010
 

Daverdener Freilichtbühne glänzt mit bärenstarker Premiere ihres neuen Märchenstücks „Die Abenteuer der Elfenritter“

Hexen und Jacob kämpfen gegen Schatten

Daverden - (kno) · Man konnte das Aufatmen bei den Verantwortlichen der Freilichtbühne Daverden förmlich hören, als es am vergangenen Sonntagnachmittag trocken blieb und die Premiere des neuen Märchenstücks „Die Abenteuer der Elfenritter“ glatt über die Bühne gehen konnte. Einen Tag zuvor war sie ins Wasser gefallen.

Die magischen Waldhexen geben
die ersten Hilfen gegen die bösen Schatten.

Die magischen Waldhexen geben die ersten Hilfen gegen die bösen Schatten.

Die kleinen und großen Schauspieler auf der Bühne im Daverdener Holz bescherten den Schaulustigen am Sonntag im ausverkauften Rund ein unvergessliches Ergebnis mit vielen Abenteuern und besonderen musikalischen Einlagen. Und mit einem wunderbaren Märchen von Sarah Wittenberg über bezaubernde Elfen, mystische Waldhexen, sprechende Steine und böse Schatten.

Alles könnte so schön sein, wenn nicht eben diese bösen Schatten wären, die großes Leid über die Elfen bringen. Was war passiert? Jede Nacht verschwindet ein junger Elf, gestohlen vom bösen Schatten. Immer wenn der seinen Schattenmantel über einen Elf wirft, verwandelt es sich in einen weiteren Schatten, der nachts sein Unwesen treibt. Als immer mehr Elfe abhanden kommen, rufen die Waldelfen alle anderen Elfenstämme zur Hilfe. Auf der Bildfläche erscheinen die Schneeelfen aus der Eiswüste, die Wüstenelfen aus der Sandwüste und die geheimnisvollen Mondelfen aus den Wüsten des Mondes. Doch alle sind ratlos, wie kann man diese Schatten nur stoppen?

Die erste Hilfe erhalten die Elfen von den drei schrägen Waldhexen, die immer etwas magisch-mysthisch über die Bühne huschen: Sie raten, drei Ritter zu bestimmen, die sich auf die gefährliche Suche nach den Schatten und den verlorenen Elfen machen sollen.

Ausgerüstet mit einem goldenen Streitkolben, einem silbernen Schwert und einer magischen Flöte, begeben sich tatsächlich zwei robuste Elfenjungen und ein zartes Elfenmädchen auf den Weg. Auf der Suche nach den Schatten finden sie Freunde und Verbündete sowie magische Dinge wie einen sprechenden Stein und vor allem ein Menschenkind, welches von der Zauberei begeistert ist und mit seinem Zauberbuch den Wald erkundet.

Und obwohl Menschen und Elfen sich eigentlich nicht sehen dürfen, wird das Kind Jacob der entscheidende Verbündete im Kampf gegen die mächtigen Schatten. Mit seiner Hilfe und mit seinem Zauberbuch findet man die seit Ewigkeiten versteinerte Elfenkönigin Kalani wieder und verabreicht ihr den „Erweckungszauber“.

Alles scheint sich in die richtige Richtung zu entwickeln, aber dann tauchen die bösen Schatten Nacht für Nacht wieder auf und holen eine Elfe nach der anderen in ihr Schattenreich…

Wird es Jacob gelingen, den Bann zu brechen und die Schatten zu besiegen? Gibt eventuell der sprechende und weise Stein den entscheidenden Tipp? Warum schlafen alle Elfen jede Nacht so plötzlich und tief ein und können sich nicht wehren? Und warum scheint der Mond nicht mehr, sondern stellt sich immer komplett verhangen dar?

Um das alles zu erfahren, schaut man sich dieses tolle Märchenstück am besten einmal selbst an. Am Freitag, 7. Mai, um 19 Uhr gibt es übrigens eine zusätzliche Vorstellung auf der Freilichtbühne im Daverdener Holz.




Erstmals wird ein Krimi aufgeführt

Verdener Aller Zeitung 01.04.2010

Daverden - (mm) · So viel Theater wie in diesem Jahr sein wird, war in Daverden noch nie. Anlässlich gleich dreier Jubiläen – 90 Jahre Laienspiel im TSV Daverden, 60 Jahre plattdeutsches Theater auf der Freilichtbühne und zehn Jahre Märchenstück dort – geht es ab 1. Mai in dem Rundbau mit den steil aufragenden Tribünen im Daverdener Holz Schlag auf Schlag, sogar ein Krimi wird auf der romantischen Bühne im Wald aufgeführt.
 


Guido Kedenburg, Volker Penczek, Heike Ertel und Hans-Jürgen Schulz (von links) vom Freilichtbühnen-Vorstand präsentieren das bunte, vielfältige Jubiläumsprogramm.

Der Vorstand der Freilichtbühne Daverden, eine Abteilung des TSV, stellte das abwechslungsreiche Programm am Dienstagabend bei einem Pressegespräch im Vereinsheim vor. Vorsitzender Volker Penczek, seine Stellvertreterin Heike Ertel sowie Guido Kedenburg und Hans-Jürgen Schulz, beide für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, haben für die neue Saison weit mehr als die üblichen Stücke für Kinder und Erwachsene organisiert.

Penczek erinnerte daran, dass es mit Gründung des Turnvereins Daverden 1920 bereits eine Theateraufführung gegeben hat. 1950 wurde die Freilichtbühne im Daverdener Holz mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ eingeweiht. Und im Jahr 2000 ging dort erstmals ein Märchen über die Bühne.

Mit den Vorstellungen werde wertvolles Kulturgut gepflegt und die plattdeutsche Sprache bewahrt, betonte der Vorsitzende. Und die Daverdener Truppe sei im Landkreis Verden immerhin die einzige, die mit einem Kinderstück auf der Freilichtbühne aufwartet.

„Die Abenteuer der Elfenritter“ wird zum kleinen Jubiläum in sechs Aufführungen vom 1. bis 9. Mai geboten. Sarah Wittenberg, eine eigene Autorin der Freilichtbühne Daverden, liefert eine moderne Fassung für das Märchen mit Musik.

Vom 26. Juni bis 11. Juli bringen die Laiendarsteller „Hest Müüs, hest Macht“ acht Mal auf die Bühne. Das plattdeutsche Lustspiel in drei Akten stammt aus der Feder von Marion Balbach.

Nach diesem Klassiker zeigt am 14. August instant impro im Wald sein Können. Das Improvisationstheater aus Bremerhaven hat schon zigfach das Publikum im Achimer Kasch mit seiner Comedy bestens unterhalten.

Und zum Abschluss des Theaterreigens steigt noch die Krimi-Premiere im Daverdener Holz. „Die Falle“ heißt das Kriminalstück von Robert Thomas, das am Wochenende 27. bis 29. August drei Mal in hochdeutscher Sprache knisternde Spannung erzeugen soll.

Für das zusätzliche Häppchen hat die Freilichtbühne einigen Aufwand betrieben. „Um noch dieses dritte Stück im Sommer bieten zu können, haben wir sogar Bühnen-Urgesteine wie Elfriede Ellendt zurückgeholt“, verriet Volker Penczek.

Darüber hinaus vertellt Jan Graf „Hör mal'n beten to“-Geschichten. Die plattdeutschen Texte und Lieder erklingen am 28. Mai. Etwas andere Konzerttöne unter freiem Himmel liefert am 11. Juni die Big Band des Verdener Domgymnasiums.

Am Sonntag, 13. Juni, wird der „Tag des Freilichttheaters“ begangen. Um 11 Uhr beginnt der Frühschoppen mit der Blaskapelle Daverden, um 15 Uhr folgt eine Lesung mit der bekannten plattdeutschen Autorin Birgit Lemmermann.

Ein pralles Angebot, was in abgespeckter Form durchaus Zukunft haben könnte, sagt Penczek. „Die Bühne ist so schön, dass sie häufiger und länger im Sommer bespielt werden soll.“

 


Neuer Vorstand

 

Daverden - (hu) · Kaum Änderungen gab es bei den Vorstandswahlen der Freilichtbühne Daverden. Vorsitzender bleibt Volker Penczek, seine Stellvertreterin Heike Ertel, Schriftführerin Heike Jahn, Hauswart Dieter Stegmann und Kassenwart Peter Hellwinkel. Der Regisseur für das Märchenstück, Uwe Witten, gehört ebenso zum Vorstand wie Rolf Rotermundt als Bühnenbauer und Svenja Witten als Jugendvertreterin.

Hans-Jürgen Schulz, Guido Kedenburg, Peter
Hellwinkel, Svenja Witten, Heike Ertel, Dieter Stegmann, Heike Jahn, Uwe
Witten, Günter Kothe und Volker Penczek (v.li.) - der Vorstand der
Freilichtbühne.

Hans-Jürgen Schulz, Guido Kedenburg, Peter Hellwinkel, Svenja Witten, Heike Ertel, Dieter Stegmann, Heike Jahn, Uwe Witten, Günter Kothe und Volker Penczek (v.li.) - der Vorstand der Freilichtbühne.

Lediglich bei den Werbungsposten gab es eine Veränderung. Hans-Jürgen Schulz trat aus beruflichen Gründen nicht mehr an, so wird in Zukunft Günther Kothe neben Guido Kedenburg die Werbung übernehmen. Hans-Jürgen Schulz bleibt aber der ,,Jägermeister-Beauftragte“.

In diesem Jahr feiert die Freilichtbühne zehn Jahre Märchenstück, 60 Jahre plattdeutsches Theater und 90 Jahre Laienspiel in Daverden. Daher wird es einige Veranstaltungen mehr auf der Freilichtbühne geben. Schon am 1. Mai geht es mit dem Daverdener Märchensommer los. Aus der Feder von Sarah Wittenberg, die auch selbst mitspielt, stammt das Stück „Die Abenteuer der Elfenritter“. Über den Stand der Vorbereitungen berichtete Regisseur Uwe Witten. Es wird insgesamt sechs Aufführungen geben. Die Musik stammt natürlich wie schon in den Vorjahren von Edelfried Hennig.

Weiter geht es am Freitag, 11. Juni, mit dem Daverdener Konzertsommer. Die Big Band des Domgymnasiums die es seit 1987 gibt und die aus 30 Schülerinnen und Schülern besteht, wird unter der Leitung von Michael Spöring begeistern.

Am Sonntag, 13. Juni, ist dann der „Tag des Freilichttheaters“ mit einem Konzert der TSV-Blaskapelle und einer Lesung der plattdeutschen Autorin Birgit Lemmermann aus Rotenburg.

Am Sonnabend, 26. Juni, ist Premiere für den plattdeutschen Theatersommer. Unter der Regie von Brigitte Schönecker wird der Dreiakter „Hest Müüs, hest Macht“ von Marion Balbach aufgeführt – mit wieder acht Aufführungen.

Am Sonnabend, 14. August, kommt „Instant Impro“ auf die Freilichtbühne. Dieses Improvisationstheater aus Bremerhaven bietet eine gelungene Comedyshow.

Und da es eben ein Jubiläumsjahr ist wird ein zusätzliches Stück eingeübt – für den Daverdener Krimisommer.

Mit Elfriede Ellendt als Regisseurin wird der Krimi „Die Falle“ von Robert Thomas geprobt, der am Freitag, 27. August, Premiere hat und an diesem Wochenende aufgeführt wird.

Eine besonders positive Mitteilung für die Besucher gab Volker Penczek zum Schluss der Versammlung bekannt: Die Eintrittspreise für die Theaterstücke werden nicht angehoben.