Menü

Presseberichte

 2016


„Grimms Märchenspuk“ feiert an diesem Sonnabend auf der Daverdener Freilichtbühne Premiere

Grillenzirpen unterm Blätterdach

Quelle: www.weser-kurier.de , 27.05.2015

Freilichtbühne Daverden © Karsten Klama
Auf ein Wiedersehen mit dem Froschkönig, Rotkäppchen und Dornröschen können sich die Zuschauer freuen. (Karsten Klama)

Im Milleniumsjahr 2000, anlässlich des 50. Geburtstages der Daverdener Freilichtbühne, haben die Schauspieler aus dem Flecken Langwedel zum ersten Mal ein Märchenstück mit Kindern auf die Bühne gebracht. Weil es so gut vom Publikum angenommen wurde, gehört es mittlerweile schon zur guten Tradition, dass die Freilichtspiele im Daverdener Holz von den Lütten eröffnet werden. Im Spätsommer, ab 13. August, folgen dann die Erwachsenen mit ihrem pattdeutschen Stück „Keen Glück mit Blüten“. Regisseurin Heike Schmidt hat früher selbst bei den „Großen“ mitgespielt, möchte die Theaterarbeit mit den Kids aber heute nicht mehr missen. „Sie sind mit so viel Begeisterung bei der Sache“, schwärmt sie von den talentierten Mädchen und Jungen.

Lilou (4) spielt in dieser Saison zwar nur eine Statistenrolle, dafür muss aber ihr großer Bruder Loic (wird im September acht Jahre alt) einen kleinen Text aufsagen. „Und Opa macht immer ganz viel Nebel“, zeigt die Lütte auf den Herrn im Souffleusenkasten. Lilous Opa Johann Krüger bügelt nicht nur jeden Texthänger aus, er wirft auch die Nebelmaschine im Daverdener Holz an, wenn es sein muss. Für ihren Auftritt als Zwergin in „Grimms Märchenspuk“ schminken die beiden fleißigen Maskenbildnerinnen Melanie Meyer und Sabine Gerkens dem Mädchen aus Cluvenhagen ein kleines Bärtchen um die süße Schnute. „Das geht gar nicht so leicht ab. Da muss ich zu Hause immer ganz tüchtig mit dem Waschlappen rubbeln“, erzählt Lilou.

Freilichtbühne Daverden © Karsten Klama
In der Maske werden Dornröschen und das tapfere Schneiderlein für ihren großen Auftritt im Daverdener Holz zurecht gemacht. (Karsten Klama)

Die größte Herausforderung für die Maske stellt jedoch der Frosch dar. „Ich bekomme richtig fiese grüne Farbe ins Gesicht“, freut sich Heike Ertel über ihre Verwandlung von der Daverdenerin zur Fröschin. Was sie so an ihrer märchenhaften Rolle liebt? „Dass der Frosch richtig schön doof ist.“ Gut, man könnte in diesem Kontext wohl auch das Wort begriffsstutzig verwenden. Eins stellt allerdings niemand in Abrede: „Die Freilichtbühne im Daverdener Holz ist der einzige Ort im Dorf, wo man im Sommer frieren muss“, findet Heike Ertel und zeigt nach oben auf das schattige Blätterdach. Das hält so manchen Regenschauer ab. Der Frosch sei hinter den ganzen Prinzessinnen her, plaudert Dornröschen alias Laura Donatius aus dem Nähkästchen, während sie sich noch einmal ihre blonde Perücke zurecht zuppelt. Lampenfieber vor ihrem ersten großen Auftritt verspürt sie bei der Haupt- und Generalprobe jedenfalls noch nicht. „Das kommt bestimmt bei der Premiere am Sonnabend“, mutmaßt Dornröschen.

Auch Mieke Penczek (13) schlüpft bei den Freilichtspielen 2016 in eine Hosenrolle. Sie mimt das tapfere Schneiderlein. Ihr Vater Volker Penczek ist der Abteilungsleiter Freilichtbühne im Turn- und Sportverein (TSV) Daverden. „1950 wurde hier im Wald zum ersten Mal Shakespeares Sommernachtstraum gespielt“, blickt er in die Chronik des Freilichttheaters im Daverdener Holz. Damals wurden die Kulissen noch zusammengeklappt, die beiden fest stehenden Fachwerk-Spieker gibt es erst seit einigen Jahrzehnten. Darüber hinaus sind die Daverdener auch Mitglied im VDF, dem Verband Deutscher Freilichtbühnen.

Gemeinsam mit Nicole Czember gibt Penczek die Brüder Grimm in „Grimms Märchenspuk“. Das Stück stammt übrigens aus der Feder von Dieter Bauer. Die Erzieherin steht nicht nur leidenschaftlich gern auf den Brettern, die die Welt bedeuten, sie kümmert sich auch mit viel Hingabe um die Kleiderkammer. Aus dem riesigen Fundus, der in der alten Post Langwedel untergebracht ist, wählt sie für jeden Charakter, jede Figur das richtige Kostüm aus. Für die Technik – Licht und Ton – sind dagegen Edelfried Hennig und Aron Kuß (wie der Schmatzer) zuständig. „Wenn 500 Kinder beim Märchentheater im Publikum sitzen, drosseln wir den Ton wegen der Lautstärke schon mal um zehn Dezibel“, erzählt Hennig lachend. Im Bäumchen zwischen den beiden Fachwerkhäuschen haben beide einen Effektlautsprecher versteckt. Damit ist das Grillenzirpen während der Vorstellung also garantiert.

Neben der Premiere an diesem Sonnabend, wird im Daverdener Holz auch am 29. Mai, 4. und 5. Juni (jeweils um 16 Uhr) sowie am 3. Juni um 19 Uhr „Grimms Märchenspuk“ aufgeführt. Karten für die einzelnen Vorstellungen sind unter der Telefonnummer 01 76 / 78 68 22 59 sowie unter der Adresse freilichtbuehne-daverden.de erhältlich.

 „Trocken, sonnig, nicht allzu warm und vor allen Dingen windstill – das ist das ideale Freilichtbühnen-Wetter“, freut sich Bühnenchef Volker Penczek auf eine erfolgreiche Saison unter dem natürlichen Dach im Daverdener Holz. Er hält es mit dem legendären Max Reinhardt, der einmal gesagt hat: „Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.“

„Die Kinder sind mit soviel Begeisterung bei der Sache.“ Heike Schmidt

 
 


Weltpremiere für „Keen Glück mit Blüten“ auf Freilichtbühne

Diese alten Herrschaften sollte man nicht unterschätzen

Oha. Wenn sich die Seniorengang und der Bankräuber zusammentun, sollten sich die wahren Missetäter auf etwas gefasst machen. Und die Zuschauer auch. Es ist nämlich mit noch stärker gesteigertem Vergnügen zu rechnen. - Fotos: Bruns
 

Daverden - Von Wiebke Bruns. Je oller, desto doller – wer daran noch Zweifel hat, der sollte sich am Besten gleich morgen auf den Weg zur Freilichtbühne in Daverden machen. Die plattdeutsche Komödie „Keen Glück mit Blüten“ stellt den Wahrheitsgehalt des Sprichwortes sehr unterhaltsam unter Beweis. Am Sonnabend wurde nicht nur Premiere, sondern eine Welturaufführung gefeiert: Die sehr gelungene Komödie „Keen Glück mit Blüten“ stammt aus der Feder von Regisseurin Brigittte Schönecker.

Sollte da etwa... im Seniorenheim so etwas wie eine Liebelei in Gang kommen? Warum eigentlich nicht.

Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass sie das Stück den Darstellern die Rollen auf den Leib geschrieben hat, so super spielte jeder der zwölf Theaterspieler. Allerdings mussten sich die Laiendarsteller dafür im wahrsten Sinne des Wortes mitunter ganz schön krumm machen. Insbesondere Petra Warnke, die während des gesamten Dreiakters als Lina Fröhlich an Stock oder Rollator über die Bühne buckelt, aber dennoch mächtig Rückgrat beweist. Großes Gelächter von der ersten Minute an, in der drei Rentner (Lars Lorenzen, Johann Krüger und Peter Hellwinkel) die Bühne in Schlafanzügen betreten. Allesamt schräge, aber liebenswerte Charaktere. Das ganze Stück spielt in einer Seniorenresidenz, in der die Heimleiterin Margot Lange-Holtkamp (Fenja Meyer) ein strenges Regiment führt. Pünktliches Erscheinen zum Essen wird angeordnet und wem die Grütze nicht schmeckt, der kann sofort wieder auf sein Zimmer marschieren.

 

Die Heimleiterin hat es auf die Kohle der vermögenden Bewohner abgesehen und auf den Heimarzt Dr. Klaus Meiners (Willem Gohde). Der wiederum findet Gefallen an der ehemaligen Opernsängerin Valentina Tamesi (Karin Sievers). Allerdings ist der Doktor nicht von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt, sondern auf die Euros der Seniorin. Es wird immer wieder gesungen und getanzt, was der Komödie eine besondere Note verleiht und beim Publikum super ankommt. Der Zusammenhalt der Rentner wächst, als ein Bankräuber überraschend bei ihnen auftaucht und es zeigt sich, dass man die Alten nicht unterschätzen sollte.

Leider waren es nur rund 150 Zuschauer bei der Premiere und zwischenzeitlich setzte zudem noch leichter Regen ein.

Die Spielfreude der zwölf Darsteller konnte das aber nicht trüben und schon gar nicht den Genuss des Publikums. „Das wird immer besser“, freuten sich eine Gruppe Zuschauerinnen in einer Pause. Top Leistung brachten alle Darsteller, deshalb sollen nicht unerwähnt bleiben: Andrea Ellmers, Jannik Sievers, Christian Bösche und Fritze Henken sowie Theres Meisloh und Nora Holtgrefe, die sich eine Rolle teilen.

Freilichtbühne in Langwedel-Daverden feiert Premiere

„Keen Glück mit Blüten“ feierte Premiere in Daverden.„Keen Glück mit Blüten“ feierte Premiere in Daverden.„Keen Glück mit Blüten“ feierte Premiere in Daverden.„Keen Glück mit Blüten“ feierte Premiere in Daverden.

Gespielt wird bis zum 28. August an jedem Mittwoch (20 Uhr), Freitag (19 Uhr), Sonnabend (20 Uhr) und Sonntag (16 Uhr). Der Eintritt beträgt acht Euro für Erwachsene. Kinder bis 15 Jahre zahlen drei Euro. Familienkarten (zwei Erwachsene und maximal vier Kinder) gibt es für 22 Euro. Alles im Vorverkauf unter Telefon 0176/78682259 und an der Abendkasse.