„Dein Reich gegen mein Reich“

„Dein Reich gegen mein Reich“

Quelle: Mittwoch, 06. Mai 2026, Verdener Aller-Zeitung / Langwedel

Bilderbuchpremiere für „Knappe Kilian und der magische Schmied“

Das ist fies: Ritterin Rickarda (Fenja Meyer-Bösche) bedroht Hofdame Nicola (Nicole Czember). Die hat zu allem etwas zu sagen, ist aber sehr nett. © Albrecht

Daverden Das Bilderbuchwetter zur großen Premiere von „Knappe Kilian und der magische Schmied“ von Sarah Wittenberg auf der Freilichtbühne Daverden war so bestellt und wurde auch geliefert. Die Autorin spielte selbst als Elfe mit. Regisseur Edelfried Hennig und das Technikteam, die Bühnenbauer und Schauspielerinnen und Schauspieler betätigten sich eindeutig als Entführer, man muss es so deutlich sagen. Sie nahmen das Publikum nämlich mit in den Wald der Elfenritter. Widerstand war zwecklos und wollte auch gar nicht geleistet werden.

Gleich der erste Kontakt mit der magischen Welt drehte das Rad für die kleinen und großen Bühnenbesucher sogar noch viel, viel weiter: Die drei bereits erwähnten Hexen, pardon: Zauberinnen, brauten auf einer Lichtung einen Trank. Aber nicht irgendeinen Punsch, sondern einen Zeitzauber.

Dem Publikum von Jung bis Alt gefiel das närrische Hexentreiben und die Reise zurück in eine graue Vergangenheit, in der die Zauberinnen noch Teenager waren, ausnehmend gut. Und Knappe Kilian spielte in der Geschichte, die sich dann entspann, eine ganz wichtige Rolle. Logisch, er ist ja schließlich der Titelheld. Also, Kilian will endlich Ritter werden. Doch sein Interesse an Sprache und Sprichwörtern lässt ihn immer wieder auf die Nase fallen. „Auf die Nase fallen“? Auch diese Formulierung ist eine, die Kilian höchst interessant fände.

Durch „Drachenpipi“ inspiriert, lässt sich Kilians Herr, der Ritter Roland, auf eine Wette mit der Fürstin „Fürchterlich“ ein: „Dein Reich gegen mein Reich“, lockt die fiese Fürstin und führt definitiv nichts Gutes im Schilde, sondern hat auch noch die schlagfertige und schlagkräftige Ritterin Rickarda mit ihrem Zauberschwert hinter sich. Natürlich nimmt die Entwicklung für Ritter Roland eine ganz miese Entwicklung, und Knappe Kilian sinnt auf Rettung.

So platzt der Mensch in die geheime Elfen- und Hexen-Ratsversammlung. Findet er hier Hilfe? Oder beim sprechenden Stein? Aber bestimmt beim magischen Schmied? In der Theaterkulisse öffnet sich das Tor zu einer Schmiede. Feuer flammt aus der Esse. Kann der Schmied ein neues mächtiges Schwert schmieden? Will er das überhaupt? Fragen über Fragen, die selbst für Elfen, Hexen und den Knappen Kilian fast nicht zu beantworten und zu lösen sind. Ein Stein aus einer anderen Welt, ein verzaubertes Stück Holz und der Apfel der Weisheit können da helfen.

Mehr wird hier nun aber wirklich nicht verraten. Nur so viel: Bemerkenswert ausgearbeitete und gespielte Figuren präsentierten eine spannende und lustige Geschichte in einer großartigen Wald- und Bühnenkulisse. Die eindrucksvolle Technik, die den Stein zum Sprechen oder das Eisen des Schmieds zum Glühen bringt, ist allein schon beeindruckend. Und dann hatte das Stück noch sehr viel Musik zu bieten. Der Betrachter hatte manchmal das Gefühl, in einem wunderschönen, zauberhaften Musical zu sein.

Gespielt wird noch am kommenden Wochenende, am 9. und 10. Mai (wieder 18 und 11 Uhr). Platzgenau lassen sich Karten online unter freilichtbuehne-daverden.de kaufen. Erwachsene zahlen zehn Euro, Kinder von drei bis 15 Jahren fünf Euro. Familienkarten (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder) gibt es für 25 Euro, genau wie Rotary-Gutscheine, nur telefonisch (Mobil 0163/2198865) oder per E-Mail (info@freilichtbuehne-daverden.de).

HEINER ALBRECHT

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