„Eine megageniale Saison“
Quelle: Verdener Aller-Zeitung / Langwedel am 25. August 2026
Insgesamt 2.800 Besucher sehen plattdeutsche Komödie auf der Freilichtbühne Daverden.


Daverden – Begeistert von der diesjährigen Saison der Freilichtbühne Daverden waren nicht nur die vielen Besucherinnen und Besucher. Auch die Spielerinnen und Spieler sowie die weiteren Mitwirkenden von Technik, Bühnenbau und Maske schwärmten nach der letzten Aufführung am Sonntag von der tollen Saison. Insgesamt kamen etwa 2.800 Gäste. An zwei Sonntagen waren es etwa 500, teilweise mussten Theaterfreunde wieder nach Hause geschickt werden, weil es zu voll war. Am letzten Spieltag kamen rund 400 Besucher – und das trotz des nicht idealen Wetters. Gerade als die Blaskapelle des TSV Daverden unter Leitung von Hermann Wahlers das Einstimmungslied spielte, da fing es leicht an zu regnen. Fix wurden Regenponchos ans Publikum verteilt. Nur die Darstellerinnen und Darsteller wurden etwas nass. Aber die waren so in Spielfreude, dass ihnen die Regentropfen nichts ausmachten.
Regisseurin Katrin Lange-Spreckels hatte ein wirklich gutes Händchen bei der Besetzung der Rollen. „Wir hatten eine supergute Saison“, strahlte sie. Kaum eine Probe hatte wegen Regens ausfallen müssen. Die Auswahl des Stückes „Een perfekten Keerl oder blots KI“ erwies sich als Glücksgriff, auch wenn es nicht einfach in Szene zu setzen war. Zur letzten Vorstellung kam auch die langjährige Regisseurin Brigitte Schönecker und zeigte sich begeistert von den schauspielerischen Leistungen.
Die Rollen waren hervorragend besetzt. Im Mittelpunkt stand die tollpatschige Jenny Hüsch, die hervorragend von Heike Schmidt gespielt wurde. „Die fällt sogar über WLAN, obwohl das kabellos ist“, lästerte ihre Schwester Caro Hüsch, gespielt von Silke Thies. Und auch die Mutter Ursula Hüsch war mit Karin Sievers ideal besetzt. Mit ihrer Flinte jagte sie nicht nur den hühnerräubernden Habicht, sondern auch schon mal ihre Mitmenschen. Sie sorgte immer wieder für Lachsalven.
Mieke Penczek und Volker Meyer als IT- und KI-Spezialisten, Willem Gohde als KI-Liebhaber plus Jochen Davids als Tierarzt lieferten großartig ab. Eine Glanzrolle hatte Peter Hellwinkel, der als Frank doch sehr dem Eierlikör zugetan ist und nach dessen reichlichem Genuss über die Bühne schwankt. Bereits zum vierten Mal auf der Freilichtbühne Daverden stand Julia Wachtmann, die sich als pingelige Dörte mit Familie Hüsch anlegte.
Selbstverständlich gab es während der letzten Aufführung auch einen besonderen Auftritt. Katrin Lange-Spreckels und Petra Warnke kamen überraschend als Landfrauen auf die Bühne, sodass Karin Sievers als Ursula ausnahmsweise sprachlos war.
Die Eier im Stück waren zumeist aus Holz und Plastik, einige wurden aber auch in echter Heimarbeit ausgepustet, verriet Karin Sievers. Den Eierlikör gab es in verschiedenen Varianten, gesponsert von netten Fans der Bühne.
Unbedingt positiv zu erwähnen sind noch Jannik Keller als Regieassistent, die Bühnenbauer Rolf Rotermund, Michael Jahn und Uwe Klein, die Technikcrew mit Kjell Dygas, Carlina Heitling und Piet Mrowiec. Souffleuse Sigrid Meyer-Klein musste kaum eingreifen. Die Maskenbildnerinnen Melanie Meer und Sabine Gerkens leisteten ebenfalls wieder tolle Arbeit. Mieke Penczek hatte als Vorsitzende der Freilichtbühne die Besucher jedes Mal mit einem gemeinsamen großen „Genial“, einem Zitat ihrer Rolle, verabschiedet. Zu Recht. „Es war eine megageniale Saison“, schwärmte das ganze Team der Freilichtbühne am Sonntagabend.
WHU