Freilichtbühne Daverden ausverkauft: Besucher müssen wieder nach Hause

Freilichtbühne Daverden ausverkauft: Besucher müssen wieder nach Hause

Quelle: Kreiszeitung.de vom 10.08.2026

Bei der Premiere am Samstag war noch ein bisschen Luft, am Sonntag war die Freilichtbühne Daverden bis auf den letzten Platz besetzt.
Bei der Premiere am Samstag war noch ein bisschen Luft, am Sonntag war die Freilichtbühne Daverden bis auf den letzten Platz besetzt. © Hustedt

Am Sonntag kamen 500 Zuschauer zur plattdeutschen Komödie „Een perfekter Keerl oder blots KI“. Einige mussten die Organisatoren wieder wegschicken.

Daverden – Kamen zur Premiere am Samstag etwa 300 Zuschauer zur Freilichtbühne im Daverdener Holz, so waren es am Sonntag bei tollem Sommerwetter um die 500 Theaterfans, die sich die plattdeutsche Komödie „Een perfekter Keerl oder blots KI“ nicht entgehen lassen wollten. „Wir mussten sogar Besucher wieder auf den Heimweg schicken, es war kein Platz mehr“, erklärte Sigrid Meyer-Klein. Über sie läuft der Kartenvorverkauf, sie ist aber auch Souffleuse. Die Einstimmung übernahm wie in jedem Jahr die Blaskapelle des TSV Daverden unter Leitung von Hermann Wahlers, da wurde dann schon mal mitgeschunkelt.

Nach der Begrüßung durch Mieke Penczek, die junge Vorsitzende der Freilichtbühne, reihte sich im Stück ein Gag an den nächsten, die Zuschauer waren begeistert. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die tollpatschige Hühnerhalterin Jenny, perfekt gespielt von Heike Schmidt, die von der großen Liebe träumt, ihr Glück aber nur über einen Liebes-Chatbot findet. Am Telefon flirtet sie mit ihrem Robotermann und wünscht sich sehnlichst, dass dieser auch ins wirkliche Leben kommt. Und siehe: Eine IT-Firma bietet mit Entwicklerin Martina, gespielt von Mieke Penczek, und ihrem Gehilfen Martin (Volker Meyer) an, einen KI-Roboter-Liebhaber zu testen.

Ein großes Paket wird auf den Hühnerhof geliefert, drin ist der humanoide Roboter Alex, überzeugend gespielt von Willem Gohde. Jenny freut sich über die Maßen und hofft, nun den Richtigen gefunden zu haben. Allerdings darf sie nicht verraten, dass Alex ein Roboter ist. Ihrer Mutter Ursula (Karin Sievers) und ihrer Schwester Cora, die von Silke Thies toll gespielt wurde, auch nicht. Überhaupt niemandem darf sie die Wahrheit sagen, so lautet der Vertrag mit der IT-Firma. Alex selbst behauptet auf Nachfrage: „Ich habe in St. Petersberg in einer Ballerina-Show gearbeitet.“ Ins Spiel kommt noch der neue Tierarzt Nils Felde, in dieser Rolle glänzte Jochen Davids. Der Viehdoktor ist der König der Flachwitze, und die kommen beim Publikum an, das am Premierenwochenende zeitweise nicht aus dem Lachen herauskam.

Was haben Mutter Ursula und Schwester Cora denn da mit Tierarzt Nils zu reden? Jenny (vorn) guckt zu Recht skeptisch.
Was haben Mutter Ursula und Schwester Cora denn da mit Tierarzt Nils zu reden? Jenny (vorn) guckt zu Recht skeptisch. © Hustedt

Roboter Alex bechert beim Eierlikör-Trinken den Frank, gespielt von Peter Hellwinkel, unter den Tisch und entpuppt sich erschreckend schnell für Jenny als ultimative Nervensäge. Einfach zurückgeben geht nicht, es gibt ja den Vertrag. Wegschließen hilft genauso wenig wie ein Toaster in der Badewanne oder Überfahren mit dem Trecker. Alex schüttelt sich kurz: Da ist er wieder. Zwischendrin geht Mutter Ursula mit ihrer Flinte auf erfolglose Habichtjagd.

Aber dann ist da ja auch noch die junge Dörte (Julia Wachtmann). Die ist im Stück für ihre Mitmenschen ein echter Nervfaktor – und für Alex nach einem Setup das neue Objekt seiner grenzenlosen KI-Liebe. Sehr zur Freude von Jenny. Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren ebenfalls extrem begeistert und sparten nicht mit Applaus. Auf die Frage von Mieke Penczek, wie es denn gewesen sei, kam zurück: „Genial“.

Katrin Lange-Spreckels hat als Regisseurin alles aus den Darstellern herausgeholt, es gab keine Schwachstellen und keinen Hänger. Die von Winnie Abel geschriebene Komödie, ins Plattdeutsche übersetzt von Heino Badenhop, ist ein Glücksgriff. Die nächste Aufführung ist am Mittwoch, dann wieder am Samstag, jeweils um 20 Uhr, und am Sonntag (18 Uhr), am Mittwoch, 19. August, sowie am Samstag, 22. August, jeweils um 20 Uhr, und dann noch einmal am Sonntag, 23. August, um 11 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf über die Internetseite freilichtbuehne-daverden.de, Anfragen sind unter Telefon 0163/2198 865 oder per E-Mail an info@freilichtbuehne-daverden.de möglich.

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