Plattdeutsche Komödie „Neurosige Tieden“ begeistert

Plattdeutsche Komödie „Neurosige Tieden“ begeistert

Quelle: www.weser-kurier.de vom 14.08.2025

Skurrile Charaktere und wahnwitzige Verwechslungen sorgen für Lacher auf der Bühne in Daverden. Noch gibt es einige Aufführungen, die besucht werden können.

Bei dem Theaterstück auf der Freilichtbühne Daverden war es turbulent. Foto: agentur orange

Jeder für sich hat eine Macke, die ihn in die Psychiatrie gebracht hat. In dem plattdeutschen Dreiakter „Neurosige Tieden“, der zurzeit in acht Vorstellungen auf der Freilichtbühne Daverden zu sehen ist, geht es in einer offenen Wohngemeinschaft ganz schön zur Sache. An diesem Freitag findet um 20 Uhr die nächste Aufführung statt.

Durch die weiße Bühnenwand sind in dieser Komödie von Winnie Abel die Gebäude der Freilichtbühne fast vollends verdeckt. Vier Türen ermöglichen den Zugang zu den hinteren Räumlichkeiten, ein Tisch mit vier Stühlen und ein nostalgisches Sofa sowie eine Staffelei mit einer anfangs unfertigen Leinwand zählen zu den wichtigen Utensilien im aktuellen Stück. Regie führt Karin Lange-Spreckels, die erstmals von Jannik Keller unterstützt wird. Und auch bei der Aufführung am Mittwochabend gab viel zu lachen und stets Szenenapplaus.

Putzfimmel und andere Laster

Die Hauptrolle – wenn davon überhaupt gesprochen werden kann – spielt Mieke Penczek als Agnes, die sexsüchtige und attraktive Tochter einer Hoteldynastie. Mit einem Morgenmantel, der die halterlosen Strümpfe nicht verdecken kann, tritt sie auf die Bühne. Der Putzfimmel des zwangsneurotischen Hans (Peter Hellwinkel) zieht sich wie ein roter Faden durch die Aufführung. Marianne (Kathi Back) schwärmt vom Schlagerstar Harald „Hardi“ Hummer (Willem Gohde), dem sie als Stalkerin mächtig auf die Nerven geht und deshalb eingeliefert wurde. Willi (Uwe Behrmann) hat Probleme mit der Aussprache, stottert immer wieder und weiß nicht so recht, welche Socken er anziehen soll. Die Wohngemeinschaft komplettiert der manisch depressive Denis Dallas (Lars Lorenzen) – ein begnadeter Künstler, der als Maler das Bild auf der Staffelei so komplettiert, dass es schließlich versteigert werden kann. Ein Schal um den Hals und eine markante Stimme prägen diese Rolle.

Volle Ränge: Bei dem Publikum kommt das aktuelle Stück gut an. Foto: agentur orange

„Ich habe es gelesen und fand es gleich gut und Peter Hellwinkel auch“, erklärte Lange-Spreckels in Bezug auf das Drehbuch. Im März fanden die ersten Lesungen statt, am vergangenen Wochenende war Premiere. Weitere Vorstellungen sind in der Folge bis zum 24. August vorgesehen. Volker Penczek spielt dabei eine Doppelrolle: den Bastelanimateur Rolf und den Pressefotografen Freddi. Heike Schmidt schlüpft in die Rolle der übertrieben korrekten Psychiatrie-Leiterin Dr. Dr. Ilse Schanz und ersetzt den ursprünglich vorgesehen Marco Behrmann, der krank ist. „Ursprünglich war es ohnehin eine Damen-Rolle“, berichtete die Regisseurin, die besonders das junge Technik-Team mit Kjell Dygas, Carlina Heutling, Rufus P., Torge Rübke und Piet Mrowiec lobt.

Verwechslung mit Folgen

Eine plötzlich auftauchende Tupperwaren-Tante Herta wird von Heike Ertel gespielt. Sie kann sich nach einem Zusammenprall lange Zeit ausruhen. Für ein großes Durcheinander sorgt die eingebildete Hotelmanagerin Alice Adolon, die Mutter von Agnes.

Ausgerechnet Alice Adolon löst in der „Klapsmühle“ an der Pappenheimer Allee ungewollt, indem sie ihre Tochter besucht, eine Lügengeschichte aus. Statt in einer noblen Villa lebt diese nämlich in der Psychiatrie mit anderen Leidensgenossen. Spontan müssen diese unter anderem als Lebensgefährte, Hausmeister, Freund des Hauses und Haushälterin herhalten. Und gerade hier beginnen in der skurrilen Wohngruppe die Probleme und kommt es zu einem wahnwitzigen Verwechslungsspiel mit Folgen. Es läuft einfach einiges „verquast“ in der Komödie mit etlichen „bregenklödrigen“ Personen, die schlichtweg im Kopf durcheinander sind.

Weitere Vorstellungen

Was Teppich, Korkenzieher, Kasperletheater, Omas Erbstücke und Sternschnuppen mit dieser Komödie verbindet, das müssen Neugierige durch einen Besuch der nächsten Vorstellungen selbst herausfinden. Als Souffleuse wechseln sich bei den Aufführungen Marion Zwilling und Sigrid Meyer-Klein ab, für Maske und Frisuren sind Melanie Meyer und Sabine Gerkens zu ständig, für den Bühnenaufbau Rolf Rotermund, Michael Jahn, Rolf Frenser und Uwe Klein.

Die nächsten Vorstellungen sind an diesem Freitag ab 20 Uhr, an den Sonnabenden 16. und 23. August jeweils um 20 Uhr und an den Sonntagen 17. (11 Uhr) und 24. August (20 Uhr). Eintrittskarten können online auf der Homepage freilichtbuehne-daverden.de oder per E-Mail an info@freilichtbuehne-daverden.de sowie unter der Telefonnummer 0163/2198865 bestellt werden.

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