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2006

Verdener Nachrichten 03.07.2006

Ein witziges Stück in herrlichem Ambiente
Freilichtbühne Daverden zeigt "Roland schall flegen"

Von unserer Mitarbeiterin
Gitta Stahl

LANGWEDEL-DAVERDEN. Schnodderiger Haudegen, der vor Ross und Rind keine Angst hat, Schisshase, wenn’s ums Fliegen geht und Glucke beim Bewachen der töchterlichen Tugend - facettenreich wie im echten Leben ist die Figur von Roland de Ries. Der soll nun fliegen - in Urlaub wohlgemerkt. Die Verrenkungen, die er macht, um das zu verhindern, begeistern in diesem Sommer das Publikum auf der Freilichtbühne in Daverden. Premiere in der schönen Kulisse unter Bäumen am Weserhang bei allerbestem Premierenwetter - das beflügelte die Schauspieler, die eine gelungene Vorstellung gaben. Von Anfang an überzeugte die Handlung durch Tempo und amüsierten die Dialoge durch Witz. Die zahlreichen spontanen Lacher bewiesen dem Ensemble genauso den Erfolg wie der Applaus. Hans Gnant, der den Originalschwank zu "Roland schall flegen" schrieb, hielt sich an Altbewährtes, und die Mischung von Liebe, Hinterlist, Verwirrung, Zank, Streit und Versöhnung gelang. Ein Tierarzt mit Flugangst gewinnt eine Flugreise nach Indien. Heimlich, um nicht zum Gespött zu werden, treten er und Gattin die Reise nicht an und lassen andere fliegen, wobei noch andere fliegen als offiziell bekannt. Und weil das Ganze am langen Ende auch noch als noble Tat dasteht, gibt’s zur Belohnung gleich noch eine Flugreise. Mit Johann Krüger konnte Regisseurin Brigitte Schönecker die Rolle des Tierarztes Roland sehr professionell besetzen. Er überzeugt in Gummistiefeln und Kittel, jammert perfekt als falscher Kranker, zittert wie Espenlaub bei dem Gedanken, den sicheren Boden unter den Füßen zu verlieren und tyrannisiert seine flügge Tochter. Seine Frau Herma spielt Elke Kopp, die schon durch ihre Statur ein wenig auf die Rolle der mütterlich-ausgleichenden Gerechtigkeit abonniert ist. Optimal kredenzt sie Speis’ und Trank, verkauft Tiermedizin, schlichtet Streit, zetert über die Nachbarin und schmiedet Komplotte. Katrin Lange als Tochter Anja will den Spagat bewältigen, ihre Ziele in Sachen Liebe durchzusetzen, ohne die Eltern vor den Kopf zu stoßen. Das führt zwangsläufig zur Hinterlist. Die wird unterstützt von Tante Ubine. Andrea Ellmers übernahm hier kurzfristig die Rolle, die eigentlich Heike Stegmann spielen sollte. Und überzeugte. Mit ihrem witzigen Kleinfahrrad saust sie über die Bühne, wild klingelnd und in schrillem Outfit. Sie attackiert ihren Schwager Roland mit dem Schirm, beschimpft ihn als Rabenvater und sorgt dafür, dass Privates aus dem Familienleben im Dorf die Runde macht. Solche Informationen saugt Lieschen Halvekatt auf wie ein Schwamm. Petra Warnke spielt die Nachbarin und erfreute sich am Premierenabend wieder einmal an ihrer großen Fangemeinde. Ihr temporeiches Spiel verbunden mit der klaren, schnellen Sprechweise ist Jahr für Jahr ein Genuss. Peter Hellwinkel kommt in der Rolle des Vertreters Otto Cornelius Pufahl daher, hochwasserhosig, rotsockig und gelhaarig. Er wirbt und preist an und leiert Vertretersprüche runter, die wie ein Running Gag durch das ganze Stück nicht ihre Wirkung verlieren. Jörn Meyer spielt Hanno Haag, der sich - obwohl von hochanständiger Gesinnung und akzeptabler Architektenausbildung - als Schwiegersohn in spe nicht beliebt machen kann. Ein alter Streit unter den Vätern steht dem jungen Glück im Wege. Doch letztlich tun die beiden jungen Leute, was in solchen Fällen getan werden muss. Ein gutes Stück, gut gespielt in herrlichem Ambiente. Soweit die Laienschauspieler des TSV Daverden es fachlich in der Hand haben, läuft die Saison. Ob sie gut terminiert ist, wird sich rausstellen. An den beiden nächsten Spieltagen zumindest, Mittwoch und Sonnabend, werden sie sicher die große Konkurrenz von WM-Halbfinalspiel und am Sonnabend vom Spiel um Platz drei zu spüren bekommen.

Theater macht Lust auf Kultur


In Daverden geglückte Premiere für das Kinderstück "Die Schöne und das Biest"
Von unserer Mitarbeiterin
Gitta Stahl

LANGWEDEL-DAVERDEN. Viel Spiel, viel Gefühl, viel Musik und 28 Akteure. Nah am Original und dennoch "umgestrickt" auf ein Kindermärchen, hatten die Laienschauspieler der Freilichtbühne Daverden Sonnabend Premiere mit "Die Schöne und das Biest". Die Märchenversion, die jetzt von Kindern handelt und von Kindern und für Kinder gespielt wird, begeisterte bei absolutem Prinzenwetter das Publikum. Eine gelungene Kinderversion schrieb Walter Edelmann zu der 150 Jahre alten Vorlage des französischen Märchens. Im Original ist es ein selbstsüchtiger und unfreundlicher Prinz, der durch einen Zauber zum Biest wird und es so lange bleiben muss, bis eine Schöne ihr Herz für ihn erwärmt. Hier im Kinderstück, das jetzt von Uwe Witten in Szene gesetzt wurde, hat der Prinz zu Anfang ein Herz für Findelkinder, doch seine Verlobte hasst Kinder. Bevor er sie alle in den Kerker werfen lassen kann, um seiner Angebeteten zu imponieren, verwandelt die Kinderfee ihn in das Biest und sämtliche Bewohner des Schlosses in Gegenstände. Der Rest der Handlung verläuft dann originalgetreuer: Die Schöne kommt freiwillig ins Schloss, um ihren Vater vor der Kerkerhaft zu bewahren, die Rückverwandlung des Biestes zum ehemals kinderlieben Prinzen ist geradezu rührend aufbereitet. Nicht nur die kindgerechte Handlung ist gelungen, die Kostüme der Daverdener Akteure sind wunderschön und ebenso die Bühnenbilder, die alle paar Minuten in Windeseile ausgetauscht werden. Zwei Schauplätze sind immer eine Herausforderung auf relativ technikarmen Bühnen. Doch dank geschickt bemalter Stoffbahnen schaffen es die Daverdener, den rustikalen Dorfplatz stets blitzschnell in ein hell und nobel wirkendes Schloss zu verwandeln. Bei diesen annähernd perfekten Rahmenbedingungen - gutes Stück, schicke Kostüme, nicht zu schwer arrangierte Musik - geben auch die Schauspieler alles. Es ist wirklich sehenswert, was bereits Knirpse mit größter Selbstverständlichkeit so spielen, sprechen und singen auf der Bühne. Die vielen Proben seit Anfang Januar - bei Sturm, Frost und Schnee - trugen dabei noch besondere Früchte. Denn eigentlich hätte Katharina Jahn die kinderhassende Prinzessin spielen sollen, doch sie fiel kurzfristig aufgrund eines Unfalls aus. Ihre Rolle übernahm Annalena Meyer, die auch in der Rolle der wenig kinderfreundlichen Schwester der Schönen zu sehen ist. Die klassische Version von der Schönen und dem Biest ist ein Musical, und auch das Kinderstück ist so konzipiert. Entsprechend wird viel getanzt und gesungen zur Musik von Frank Dornseifer. Edelfried Hennig als musikalischer Leiter versteht es geschickt, das musikalische Geschehen auf der Bühne wirkungsvoll durch den großen Chor aller gerade nicht agierender Schauspieler im Hintergrund wirkungsvoll zu verstärken.Inklusive Pause dauert das Stück zwei Stunden lang und geht damit an die Ausdauergrenze von Kinder-Sitzfleisch. Dennoch herrschte bei der Premiere eine erstaunliche Ruhe. Gebannt folgten Kleine und Große dem Geschehen auf der Bühne. Auch in der Pause kein Geschrei. Mit Begeisterung verputzten die Besucher Kuchen, Würstchen, doch vorwiegend Eis. Großes Theater von und mit kleinen Leuten - besser lässt sich Lust auf Kultur nicht vermitteln. Wer diese Möglichkeit nutzen will, hat dazu noch Gelegenheit am kommenden Sonnabend, 13. Mai, um 19 Uhr und am Sonntag, 14. Mai (Muttertag) um 16 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro für Kinder und sechs Euro für Erwachsene, Familienkarten für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder sind für 18 Euro zu haben.

"Haben nur eine Woche"



Ein halbes Jahr Arbeit für sechs Vorstellungen / Kindermusical vor vollem Haus DAVERDEN (jw)
"Oh, Gott. Ach. Jetzt ist die Musik ausgefallen." Karin Sievers steht der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Aber nur knappe drei Sekunden lang. Dann geht der 1. Vorsitzenden der Freilichtbühne Daverden auf: "Das hat der mit Absicht gemacht."

In der Tat ist das schon ganz schön dreist, vor mehr als voll besetzter Freilichtbühne den Schauspielern im Kindermusical "Die Schöne und das Biest" die Musik abzudrehen. Just in dem Moment, wo den rund 650 Besuchern gestern morgen ein Lied gesungen werden sollte.

Wobei, mit Verlaub, den überwiegend jungen Gästen gar nicht aufging, dass bei dem Lied auch noch instrumentale Klänge dazu gehört hätten. Ohne mit der Wimper zu zucken absolvierten die jungen und sehr jungen Darsteller ihr Lied. Na, gut. Vielleicht gab es da ein kleines Lächeln. Etwa bei Henrike Henken, die in dem Stück die "Belle" gibt. Auf alle Fälle gab es nach dem Lied ohne Instrumentenbegleitung ganz besonderen Szenenapplaus, was garantiert an der tollen Leistung der Vortragenden lag.

Dass die Daverdener Freilichtbühne mit ihrer engagierten Mannschaft vor und hinter der Bühne für hochkarätiges Vergnügen steht, hat sich längst weit herumgesprochen. Am vergangenen Wochenende war die Freilichtbühne im Daverdener Holz zwei Mal so gut wie ausverkauft. Die Vorstellung am Mittwochmorgen und gestern um 10 Uhr für Kindergärten und Schulen waren schon im März ausgebucht.

"Wir würden ja schon gern öfter vormittags spielen", sagt Regisseur Uwe Witten. Aber wie soll das öfter klappen? Die großen Schauspieler müssen Urlaub nehmen, die vielen jungen Darsteller sollten eigentlich in die Schule gehen. Da gibt es eben nicht öfter frei.

"Wir haben für das Kinderstück eben nur die eine Woche", meint Karin Sievers fast entschuldigend. Auf diese eine Woche haben sie diesmal ein halbes Jahr hin gearbeitet, oft genug bei Schnee und Hagel auf einer gar nicht frühlingshaften Freilichtbühne geprobt.

Umso feiner findet man das, wenn man dieser Tage vom Wetter verwöhnt wird. Nun hofft man, dass dies auch noch am kommenden Wochenende so sein möge. Das romantische Kindermusical für Menschen ab 5 Jahren ist noch am Sonnabend, 13. Mai, um 19 Uhr und am Sonntag, 14. Mai, um 16 Uhr zu sehen.

[Achimer Kreisblatt 12.05.2006]

Kann das Biest den Bann brechen?



Romantisches Kindermusical hat am 6. Mai auf der Freilichtbühne im Daverdener Holz Premiere
DAVERDEN (huk)Die Saison 2006 der Daverdener Freilichtbühne wirft bereits länger ihre Schatten voraus. Alle notwendigen Vorbereitungen laufen seit Wochen auf Hochtouren. Bereits am 6. Mai kommt im Daverdener Holz sprichwörtlich Leben in die Bude. An diesem Tage erfolgt die Premiere des romantischen Kindermusicals "Die Schöne und das Biest" von Walter Edelmann.

Die zarte Liebesgeschichte eines jungen, kinderlieben Prinzen ist thematisch eingebettet in zehn kleinere Musikstücke, geschrieben von Frank Dornseifer.

Im Zentrum des Musicals steht der kinderliebe Prinz Maurice von Chauvignac, der vielen armen und verwaisten Kindern in seinem Schloss ein richtiges zu Hause gibt. Alle leben fröhlich und in Frieden zusammen, bis der Prinz seine zukünftige Prinzessin kennen und lieben lernt. Die Prinzessin nämlich kann Kinder nicht ausstehen. Als die Prinzessin ihren zukünftigen Prinzgemahl vor die Wahl stellt, entweder die Kinder oder ich, geschieht es genau wie im richtigen Leben: Das starke Geschlecht gibt nach, soll heißen, der Prinz unterwirft sich all ihren Wünschen und wird zum unausstehlichen, wütenden Biest, welches die Kinder in den Kerker des Schlosses verbannen will.

In ihrer Not rufen die bedrohten Kinder die zauberhafte Fee Finesse um Hilfe. Die macht ihrem Namen alle Ehre und verwandelt den kinderfeindlichen Prinzen zur Strafe kurzerhand in ein richtiges Biest. Und damit nicht genug: Er muss nun eine Frau finden, die Kinder über alles liebt und ihn auch als Biest akzeptiert. Keine leichte Aufgabe, aber ein kleines Licht zeichnet sich am Horizont ab. Über Meister Jouet, den Spielzeugerfinder, lernt das Biest dessen Tochter Belle kennen, die Kinder über alles gerne hat. Gelingt es dem Biest nun, rechtzeitig Belles Herz zu erobern und damit den Bann der Fee Finesse zu brechen? Und bleibt der Prinz für immer ein Biest oder verwandelt er sich zurück in den charmanten Maurice von Chauvignac? Alles spannende Fragen, die man frühestens am Tag der Premiere, dem 6. Mai, im Daverdener Holz beantwortet bekommt.

Daher sollte man sich dieses tolle musikalische Spektakel, an dem insgesamt 29 Darsteller und ein kleiner Chor mitwirken, nicht entgehen lassen. Neben der vokalen Begleitung kommt auch eine Piccolo- und eine Querflöte sowie eine Gitarre im musikalischen Arrangement zum Einsatz. Die Regie führt Uwe Witten, während sich Edelfried Hennig für die musikalische Gesamtleitung verantwortlich zeichnet.

Bei der Premiere des Kindermusicals wird erstmalig auch die neue technische Ausstattung der Freilichtbühne zu bewundern sein. So bekommen die Schauspieler kabellose Ansteckmikrofone. Auf diese Weise wird das Publikum trotz des rauschenden Blätterdaches über der Bühne speziell die Lieder besser hören können. Bleibt nur zu hoffen, dass bei der Premiere nicht auch noch das Prasseln der Regentropfen oder Hagelkörner zu hören sein wird. Bei den zahlreichen Proben zu "Die Schöne und das Biest" hatten Darsteller und Musiker jedenfalls tapfer mit den widrigsten Witterungsbedingungen zu kämpfen.

Gespielt wird am Sonnabend und Sonntag, 6. und 7. Mai jeweils um 16 Uhr , am 10. und 11. Mai gibt es um 10 Uhr Aufführungen für Schulen und Kindergärten und die letzten Vorstellungen sind am 13. Mai (um 19 Uhr) und am 14. Mai (16 Uhr).

[03.05.2006]

Neue Theaterstücke auf der Freilichtbühne


Proben für plattdeutschen Schwank und Kindermusical haben begonnen / Workshop im Tagungshaus
Von unserer Mitarbeiterin Anett Kirchner

LANGWEDEL-DAVERDEN. Die Proben für die beiden neuen Theaterstücke der Freilichtbühne Daverden haben begonnen. Zum einen steht der plattdeutsche Schwank "Roland schall flegen", zum anderem das Kindermusical "Die Schöne und das Biest" auf dem Programm. Die Vorbereitungen auf die Saison laufen auf Hochtouren.Die erste Premiere wird laut einer Pressemitteilung der Freilichtbühne Daverden am 6. Mai erfolgen. An diesem Tag gibt es das Kindermusical "Die Schöne und das Biest" von Walter Edelmann. Die Geschichte wird getragen von zehn Musikstücken aus der Feder Frank Dornseifers. Insgesamt sollen 29 Darsteller und ein kleiner Chor mitwirken. Regie führt Uwe Witten, die musikalische Leitung übernimmt Edelfried Hennig.Um einen möglichst guten Einstieg in das Stück zu finden, organisierten die beiden einen Theaterworkshop. Alle Beteiligten trafen sich im Dörverdener Tagungshaus Drübberholz. Erste Musik- und Gesangsstücke wurden einstudiert. Insgesamt 40 Aktive, die vor und hinter der Bühne agieren werden, nahmen teil. Die Akteure wurden auch mit einem Teil der neuen Bühnenausstattung vertraut gemacht. So bekommen die Solisten in Zukunft kabellose Ansteckmikrofone. Auf diese Weise wird das Publikum trotz des rauschenden Blätterdaches über der Freilichtbühne die Lieder besser hören können.Neben den Arbeiten für das Kindermusical haben erste Leseproben zu dem Schwank "Roland schall flegen" stattgefunden. Das Theaterstück von Hans Gnant wurde von Arthur Speck ins Plattdeutsche übertragen. Die Premiere ist für den 1. Juli geplant. Bis dahin müssen die Laienschauspieler noch viel Eifer und Engagement an den Tag legen.