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2005

VERDENER Nachrichten 15.07.2005


"Ji hebbt de Minschen ton Lachen brocht"


Freilichtbühne Daverden ehrte vor der Aufführung drei langjährige Ensemblemitglieder

Von unserer Mitarbeiterin
Angelika Siepmann

LANGWEDEL-DAVERDEN. "40 oder 50 Johr, so old ward keen Swien! Un so lange Theoterspäln deit uk kum eener. Ji dree hebbt dat schafft!" Gemeint waren Elfriede Ellendt, Horst Cordes und Christian Warnke, die jetzt für ihre jahrzehntelange Zugehörigkeit zur Freilichtbühne Daverden geehrt wurden - natürlich auf der Bühne.Vor einer weiteren Aufführung des aktuellen Stücks "Urlaub up`n Buernhoff" standen die drei altgedienten Ensemblemitglieder im Blickpunkt. Karin Sievers und Heike Stegmann, die beiden Vorsitzenden der Abteilung Freilichtbühne im TSV Daverden, überreichten den Kollegen Blumensträuße und lobten auf Platt: "Ji hebbt de Minschen ton Lachen brocht!"Aus der Hand von Günter Gräbner, dem ersten Vorsitzenden des Landesverbandes Bremer Amateurtheater, erhielten die Jubilare die Ehrennadel des Verbandes.Horst Cordes hält der Freilichtbühne seit einem halben Jahrhundert die Treue - seit sie sich an ihrem heutigen Standort im Daverdener Holz befindet. Als Laienschauspieler engagiert sich Cordes sogar noch länger. Er stand schon beim ersten Stück, "Ein Sommernachtstraum", auf der Bühne, das 1950 im Ort open air aufgeführt wurde. Schon über 40 Jahre ist Christian Warnke dabei. Seinen ersten Auftritt hatte er 1961 in "Twüschen Pulterobend un Hochtied". Elfriede Ellendt gehört seit 1965 zum Team der Freilichtbühne. Ihre Premiere als Schauspielerin feierte sie in "Musik an`n fröhen Morgen". Von 1991 bis 2004 war sie als Regisseurin tätig. Günter Gräbner, der Vorsitzende des Landesverbandes Bremer Amateuttheater, zeichnete die drei Jubilare mit der Ehrennadel des Verbandes aus.Im Rahmen der Ehrungen konnte Karin Sievers für die Freilichtbühne einen Scheck in Höhe von 7000 Euro aus den Fördermitteln der Kreissparkassenstiftung entgegennehmen. Übergeben wurde er von Stiftungsgeschäftsführer Klaus Oppermann und Volker Bannasch, Leiter der Sparkasse in Langwedel.

Verdener Aller Zeitung 11.07.2005


Urlaub up´n Buernhoff mit Kräuter-Opa begeisterte

Gelungene und gut besuchte Premierenvorstellung der Daverdener Freilichtbühne / Auf sehr vergnügliche Weise läuft alles aus dem Ruder

Daverden (huk) Bei milden und genau richtigen Ternperaturen erlebten zahlreiche Gäste in der Freilichtbühne im Daverdener Holz eine wirklich gelungene Premierenvorstellung. Unter der erstmaligen Regie von Brigitte Schönecker zog die turbulente Handlung von Wilfried Reinehrs „Urlaub up´n Buernhoff“ alle Gäste von Anfang an in Ihren Bann:
Opa Horst, souverän gespielt von Horst Cordes, hat es auf dem Hof nicht leicht. Als Spezialist für selbst gemischte Kräutergetränke aller Art fetzt er sich regelmäßig mit Schwiegertochter Hanna, alias Karin Sievers, die ein scharfes Regiment führt und Opa am liebsten in Altersheim stecken möchte. Besonders deswegen, weil sie auf Ihrem Hof gerne vornehme Leute aus der Stadt zum Urlaub einquartieren möchte. Da stört Opa mit seinen Kräutergetränken, zumal er auch noch eine Kammer belegt, die gut zu vermieten wäre.
Auch Magd Lene, wie immer knochentrocken und urkomisch gespielt von Petra Warnke, und Knecht Martin alias Willem Gohde kriegen von der Chefin öfters Wind von vorne.
Interessant wird es, als die ersten Städter zum Urlaub auf dem Bauernhof eintreffen. Wurstfabrikant Franz Neumann alias Johann Krüger möchte sich zwei Wochen so richtig ausruhen und den Ärger mit den Nachbarn hinter sich lassen. Leider ist er im wahrsten Sinne des Worten mit drei Weibsbildern geschlagen, nämlich seiner Ehefrau Lotte ( Heike Stegmann ), sowie mit seinen beiden bildhübschen Töchtern aus erster Ehe Moni ( Katharina Gohde ) und Vroni ( Ute Krebs ). Ehefrau Lotte mosert von Anfang an und kann sich mit dem einfacheren Landleben überhaupt nicht anfreunden: So ein Plumsklo für alle quer über den und besonders eine Mausefalle unter dem Bett mit einer toten Maus drin bringen sie zur Weißglut, so dass sie sofort wieder abreisen möchte.
Moni und Vroni haben für ihre Stiefmutter absolut nichts übrig, da sie glauben, dass Lotte ihren Vater nur wegen seines Geldes geheiratet hat.
Als dann auch noch die beiden Freunde der Töchter, Charly alias Jörn Meyer und Bobby alias Volker Meyer mit ihrer Vorliebe für laute Musik und bunte, schräge Frisuren sich auf dem Hof einquartieren, bricht für Franz Neumann die Welt zusammen.
Zusätzlich taucht bei jeder Gelegenheit auch noch Trude, gespielt von Katrin Lange, auf und verwirrt mit ihren Sprüchen und Handlungen die ganze Truppe ein ums andere Mal.
Als Opa Oscar gut gemeint seine Kräuterschlucks bastelt und sie leider völlig verwechselt und an die Falschen austeilt, läuft alles langsam aus dem Ruder. Was dann so passiert, muss man einfach gesehen haben.
Wer nun noch wissen möchte, warum Wurstfabrikant Neumann alles immer noch so „urig“ findet, warum ausgerechnet Landstreicherin Trude Opa Oscar vor dem Altersheim bewahrt und warum die piekfeine Lotte auf einmal ihr Herz fürs Landleben entdeckt – der schaut sich das am besten selber einmal in der Freilichtbühne im Daverdener Holz an.

VERDENER Nachrichten 11.07.2005

Toller Urlaub mit Mist und Plumpsklo
Viel Spaß auf der Freilichtbühne Daverden


Von unserer Mitarbeiterin
Susanne Ehrlich

LANGWEDEL-DAVERDEN. In die "Gute alte Zeit" versetzt fühlte sich das Premierenpublikum der Freilichtbühne Daverden mit dem Stück "Urlaub up’n Buernhoff": Plumpsklo und Misthaufen, ein vertrottelter Knecht und eine Magd in Ünnerbüxen aus der Kaiserzeit - das ist wirklich urig, und manch einer kann in der ländlicher Abgeschiedenheit und frischer Luft zum neuen Menschen werden!Bäuerin Hanna (Karin Sievers) jedenfalls hat die Nase voll von der Schufterei mit Kuh und Schwein und dem alten, wunderlichen Schwiegervater Oskar (Horst Cordes), den sie am liebsten ins Altersheim stecken würde. Also wechselt sie ins Beherbergungsgewerbe.Von nix kommt nix, und so werden Magd Lene (Petra Warnke) und Knecht Martin (Willem Gohde) kurzerhand aus dem Stall gelotst und in Schale geschmissen, um die ersten Gäste zu empfangen. Opa allerdings ist von der Sache nicht überzeugt und mixt schnell ein paar wirksame Mixturen für alle Eventualitäten. Schon sind die ersten Gäste da. Doch das mit der Abgeschiedenheit finden Moni und Vroni, die Töchter des Wurstfabrikanten Neumann (Katharina Gohde, Ute Krebs, Johann Krüger) nicht so toll: Schließlich will man im Urlaub auch was erleben. So haben sie ihre Freunde Charly und Bobby (Jörn Meyer, Volker Meyer) samt Punkfrisuren und Motorrädern her bestellt - klar, dass der Herr Papa und seine feine Gemahlin Lotte (Heike Stegmann) sich das ganz anders vorgestellt haben. Die feine Stadtdame Lotte, etepetete und herrschsüchtig, will sofort wieder abreisen: Keine Dusche, kein WC und Mausefalle unterm Bett - das ist ja eine Zu-mutung! Und als dann auch noch die Punk-Rocker auftauchen, ist das Maß endgültig voll. Dass alles am Ende ganz anders kommt, liegt allein an der Liebe - und daran, dass Opa seine Zaubertränke verwechselt. Lotte nämlich entdeckt ihre Liebe zu den kleinen Ferkelchen und möchte sie davor beschützen, in die Wurst zu wandern. Aus Liebe verwandeln sich die Paradiesvögel Bobby und Charly in zwei schmucke Studenten mit tollen Manieren - und schon haben sie Papas Segen. Kleider machen eben Leute. Und auch im Stall erwacht die Liebe, wenn auch mit Hilfe eines Zaubertrankes: Das Stroh noch im Hosenbein, so taumeln Lene und Martin aus dem süßesten Liebestraum ins Tageslicht. Und auch die Landstreicherin Trude (Katrin Lange), die auf dem Hof zum Inventar gehört, kriegt einen Schluck in den falschen Hals und wird ganz liebestoll. Turbulent und komisch überstürzen sich die Ereignisse, und eine Pointe folgt der anderen, bis am Ende alles gut wird und jeder zufrieden ist mit dem, was er hat.Frisch und natürlich spielten die jungen Mädels eigentlich sich selber; die rüpeligen Jungen machten eine geradezu atemberaubende Verwandlung durch, die man glatt als "Klamottentherapie" patentieren lassen könnte. Hinreißend originell spielten Lene und Martin ihre Rollen zwischen Bauernschläue und komischer Einfalt aus. Mit Hanna und Lotte mussten gleich zwei Drachen besiegt werden, doch mit Kräutersluck und gesundem Menschenverstand ließ sich auch das erledigen. Und Opa Oskar, der in seiner Paraderolle alles andere als "bregenklöterig" wirkte, hatte zuletzt gut lachen: Keine Rede mehr vom Altersheim, denn ohne ihn und seine hochprozentigen Mixturen wäre "Urlaub up’n Buernhoff" doch nur halb so schön!Weitere Aufführungen: Mittwoch, 13. und 20. Juli, Sonnabend 16. und 23. Juli, Sonntag 17. und 24. Juli. Die Vorstellungen am Sonntag beginnen um 16 Uhr, an den anderen Tagen jeweils um 20 Uhr.

 

 

VERDENER ALLER ZEITUNG 31.05.2005


Da schwappen im Wald die Wellen

 


Gelungene Premiere für "Piraten wird nichts verraten" auf der Freilichtbühne Daverden / Rundum überzeugend
Was ist denn da in Sicht? Aha! Ein prima Theaterstück mit Piraten!
DAVERDEN (nie) • Der Beifall war lang und verdient für die Akteure der Freilichtbühne Daverden, die am Sonnabendnachmittag auf ihrer Naturbühne im Daverdener Holz mit dem Piratenmärchen "Piraten wird nichts verraten" Premiere feierten. Gleich vorne weg: Es klappte ganz grandios und dem Publikum gefiel es ausgezeichnet.
Während der zum Teil schon recht spannenden Szenen herrschte eine gespannte Atmosphäre, welche sich aber immer wieder in einem befreienden Lachen auflöste. Klatschen, Zwischenrufe. Ein beeindruckender Applaus belohnte die insgesamt 26 Darsteller für eine hervorragende Vorstellung.
Zur Geschichte: Die Geschwister Hans und Liese haben eine Flaschenpost gefunden, in der von einem sagenhaften Schatz auf der Wunderinsel berichtet wird. Tatendurstig beschließen sie, als blinde Passagiere auf einem Schiff, von dem sie gehört haben, dass des Kurs auf die Wunderinsel nimmt, mitzufahren.
Leider müssen sie unterwegs feststellen, dass es sich um ein Schiff voller Piraten handelt. Außerdem verlässt während der Fahrt jener Teil der Mannschaft, der etwas von der Seefahrt versteht, den Kahn. Die verbleibenden Piraten merken schon bald, dass sie ohne seemännische Hilfe nicht weiterkommen. Schließlich tauchen Schiffbrüchige auf, die sich als chinesische Leichtmatrosen entpuppen, aber leider auch nichts von der Seefahrerei verstehen. Das Chaos ist perfekt und die Geschwister rufen Hilfe herbei. Dabei werden sie aber von den Piraten belauscht, erwischt, der Flaschenpostschatzkarte beraubt und unter Deck eingesperrt. Als schließlich ein Gespenst auch noch für gehörigen Wirbel sorgt, können nur mehr die Hochseetigerinnen gemeinsam den Kindern helfen....
Mit dem lustigen Musikstück von Günther Pfeifer und Veronika Humpel reflektiert die Freilichtbühne den Abenteuer-Zeitgeist vollkommen. Umgarnt von einem phantastischen Bühnenbild, fiel es leicht, sich dem Märchenzauber hinzugeben. Es duftete förmlich nach frischer Meeresbrise und man glaubte, die Wellen hören zu können. Der Betrachterblick wanderte vergnügt durch die malerische Kulisse, deren farbenfrohe Schattierungen in Spiel und Gesang ihren natürlichen Widerhall fanden. Durch die gekonnte Regieführung von Uwe Witten und Axel Rode konnte sich keiner der Premieregäste dem naiven Reiz dieser Geschichte entziehen, zumal es ein in Gesang und Spiel rundum überzeugendes Ensemble zu erleben gab.
Weitere Aufführungen von "Piraten wird nichts verraten" werden am Mittwoch, 1. Juni und Donnerstag, 2. Juni, jeweils um 10 Uhr (ausverkauft) sowie am Sonnabend, 4. Juni, um 19 Uhr und am Sonntag, 5. Juni, um 16 Uhr gezeigt.
[31.05.2005]


Verdener Nachrichten 03.06.2005

 

Alberto erobert Publikum im Sturm

 

Viel Applaus für "Piraten wird nichts verraten"

Von unserer Redakteurin
Anke Landwehr

LANGWEDEL-DAVERDEN. "Cool!" Höchstes Lob aus berufenem Munde, denn mit Piraten kennt Leon (7) sich aus. Zu Hause hat er eine ganze Kollektion davon, samt Schiffen und Schatzinseln. Deswegen hat er bei "Piraten wird nichts verraten" ordentlich mitgefiebert und am Ende ganz doll und ganz lange geklatscht. Auch die anderen Kinder im Halbrund der Daverdener Freilichtbühne waren hin und weg, die Erwachsenen entzückt. Die von Uwe Witten liebevoll in Szene gesetzte Geschichte um Hans und Liese, die sich als blinde Passagiere auf die Taratonga schleichen, animierte das Publikum beifallsmäßig zu Höchstleistungen. Es mochte sich gar nicht von den Darstellern verabschieden - nicht von den frechen Hochseetigerinnen und nicht von den das "r" umschiffenden chinesischen Leichtmatlosen, vor allem aber nicht vom Koch Alberto, dem dösigen Schnösl und dem schläfrigen Dösl.Kapitän Krumm: "Segel setzen!" - Dösl: "Jawoll, Käpt’n! Ähh, wie denn?" - Schnösl: "Die müssen doch flattern und nicht sitzen." Mit diesen Seemännern, das merkten Hans und Liese schnell, würden sie nie zur Wunderinsel und dem dort verborgenen Schatz gelangen. Ebenso wenig mit den drei an Bord genommenen schiffbrüchigen Chinesen: "Wil müssen noch lelnen." Da half nur noch SOS, das mit Klatschunterstützung der Zuschauer die Hochseetigerinnen auf den Plan rief - allesamt patente Mädels mit Zaubergaben. Dank ihrer Hilfe war im Nu die Wunderinsel angesteuert und die Piratencrew im wahrsten Sinne des Wortes ausgebootet. Vorher gab es noch gegenseitige Gefangennahmen, die für den italienischen Smutje im Fischernetz endeten: "Oh, Alberto hattä Problämä." Volker Penczek eroberte das Publikum als italienisch radebrechender Koch, der immerzu nach Pomodori schreit ("Kannä ich nich kochen ohne Tommaten"), im Sturm. Und auch Guido Kedenburg spielte den liebenswert depperten Schnösl so gekonnt, als sei er bei Laurel und Hardy in die Lehre gegangen. Hans-Jürgen Schulz erntete Lacher als Grasl, dessen Geistesgaben im umgekehrten Verhältnis zu seiner Körpergröße stehen. Nicole Czember entzückte als schnarchender Pfundskerl, den selbst der über die Planken polternde Kapitän (Günther Kothe) kaum auf Trab bringen kann.Die Kinder und Jugendlichen agierten frei von der Leber weg, vielen von ihnen liegt das Theaterspiel im Blut. "Das ist bei uns schon fast Familiensache", lacht Vorsitzende Karin Sievers. Nachwuchssorgen kennt die Freilichtbühne nicht, seitdem sie auch Kinderstücke aufführt. Mit großem Erfolg: Die für Kindergärten und Schulen reservierten Vormittagsvorstellungen waren bereits im Dezember ausverkauft. Am Premierenwochenende blieb bei bestem Wetter ebenfalls kaum ein Platz unbesetzt. Der langanhaltende Schlussapplaus galt nicht nur dem Ensemble, sondern auch den Künsten der guten Geister hinter den Kulissen. So hat Kostümbildnerin Susanne Tielitz bei der Ausstaffierung der Mitwirkenden auf jedes Detail geachtet, Britta Witten und Frauke Hille-Schulz sorgen für eine professionelle Maske. Zur reizenden Atmosphäre der Aufführung unterm Blätterdach am Rande der Alten Aller trägt auch Edelfried Hennig mit seiner Band bei, die die Piraten live begleiten. Der Achimer Lehrer zeichnet außerdem für die musikalische Gesamtleitung verantwortlich. Die Gesangseinlagen verleihen dem Stück zusätzlichen Schwung. "Piraten wird nichts verraten" wird am Wochenende noch zweimal aufgeführt: am Sonnabend ab 19 Uhr, am Sonntag ab 16 Uhr. Nähere Infos unter 0 162 / 82 29 855.

 

Langwedel
Paraderollen als Landstreicher und Opa